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Leiden läßt sich die Kette sehr schwer anziehen und der Be-schwörungsvorgang muß öfter wiederholt werden. In anderenFällen geht das Anziehen der Kette sehr leicht und der Bauer kommtschon nach ein paar Tagen mit der freudigen Nachricht, daß dasUebel behoben sei.
Ueber die weitere Verbreiterung dieses Sympathiemittelskonnte nichts erfahren werden.
Dem Kettenbinden nahestehend ist die in Niederösterreich( Ertl und St. Georgen b/ Waidhofen a/ Ybbs) gegen das„ Aus-klebeln" in Verwendung kommende Art des Wendens. Beim soge-nannten„ Ausklebeln" dürfte es sich um Fehler an den unteren Ge-lenken der Gliedmaßen handeln. Es wird hiebei ein„ Sauzehm”( Ziemer von einem Eber) um den Fessel des kranken Fußes ge-bunden. Nach Tschinkel( Zur Gottscheer Volksk., Zeitschr. f. öst.Volksk., Wien 1909), wird das kranke Bein mit einem verkehrt-gedrehten Flechtreis von einem Pflaumenbaum umwunden. NachWuttke( S. 155) wird in Nieder- Schlesien unter gewissen Formelngegen Fieber ein Strohseil um einen Baumstamm gebunden.
Auch das weit und breit bekannte Warzenabbinden, dasspäter noch beschrieben werden soll, hat eine gewisse Aehnlichkeit.
Eigenartig ist auch das von H. v. Preen in der Zeitschr. f.Österr. Volksk., Wien 1910( über Sympathiemittel aus dem Inn-viertel) beschriebene Verfahren der„ Marchknöpfe”, die angewendetwerden, wenn dem Vieh„ das March gerinnt”( Knochenbrüchigkeit?).Der„ Anwend" oder„ Marchknopf" ist ein solcher, der sich auflöst,wenn an beiden Enden gezogen wird. Unter anderem wird daskranke Tier mit drei Kreuzen bezeichnet, worauf mit Spagat demRücken des Tieres entlang neun Marchknoten hergestellt werden.
Wenden gegen das„ Rahsein".
( Neustift bei Steyr, Ober- Oesterreich.)
Wenn die Tiere„ rah” sind, so gehen sie krumm, das Uebelsteckt aber nicht in den„ Gliedern", sondern in den„ Flachsen"(= Sehnen). Es wurde folgender Fall geschildert: Ein Schnittling(= Jungochse) ist„ rah" geworden, man hat einen Mann geholt,der gegen dieses Uebel„ etwas" konnte. Das kranke Tier wurde infließendes Wasser gestellt, der„ Wendder" zog dann einen Schuhaus, füllte ihn mit Wasser und gab drei Stücklein Brot hinein. Die