Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde36 (1931) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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36 (1931) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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tollen Pferden und Kühen auf Zaunstacken aufgesteckt haben.( J. Grimm, D. Mythologie I. S 39 II. S 549). Aehnliches wird auchaus Bulgarien und von den Letten berichtet.( v. Havorka- Kronfeld,Vergl. Volksmedizin I. 375 f).

Das Kettenbinden".

Das Raideln( Roadln), Stuhlsäulenraideln oder Firstbaum-raideln wird angewendet gegen das Ausbiag'n" oder Aus-scheiben", Schroatln", man sagt das Tier hat groadlt" Ver-renkung im Hüftgelenk) und überhaupt, wenn ein Rind krummgeht, ohne sich etwas eingetreten zu haben, auch gegen denSchwund( Muskelschwund).

Man nimmt die Anhängkette des kranken Rindes und bringtsie zum Viehdoktor", der mit dem Kettenraideln umgehen kann.Je eher das geschieht, desto rascher erfolgt angeblich die Heilung.Manche sagen, es soll in drei Tagen, andere behaupten in neunTagen das Leiden verschwunden sein. Man darf während dieserZeit nichts anderes anwenden. Nach anderen Angaben dauert dieHeilung so lange, als die Krankheit schon im Fuße war, bis dieKette zum Viehdoktor gebracht wurde. Vom Kettenraideln ist demVerfasser berichtet worden aus dem Lungau, Tännengau, Flachgauin Salzburg und aus Haag in Niederösterreich. Es soll auch im Inn-viertel, Hausruckviertel und Mühlviertel in Oberösterreich anzu-treffen sein.

Der Kurpfuscher braucht bei diesem Heilverfahren das krankeTier überhaupt nicht zu sehen. Die Anhängekette des krankenTieres wird kunstgerecht um eine bestimmte Säule in der Scheunemit einem festen Prügel(= Knüttel) geraidelt(= gewunden).Im Flachgau wird die Kette um eine der Ecksäulen( Reichsen"oder Reinzen") gedreht. Es ist dies verschieden, je nachdem,ob ein vorderer oder hinterer, ein rechter oder linker Fuß erkranktist. Im Lungau wird die Kette um den sogenannten Firstbaumgedreht, und zwar wenn ein rechter Fuß erkrankt ist, dann im Sinnedes Uhrzeigers, sonst umgekehrt. Man spricht aber im Lungauauch vom Stuhlsäulenroadeln und im Pongau sagt man, daß esein sogenannter Kreuztram sein müsse, um den die Kette ge-wunden wird. Es darf kein Scharglied an der Kette sein, sonsthält die Kette das Raideln nicht aus. Es muß tüchtig festgedrehtwerden und darf kein Glied locker sein. Mit dem Kettenraideln