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( St. Michaela.B.) soll einer gegen das„ Ausgliedten"(= Verrenkung,von„ Glied"- Gelenk)„ wendden" können. Auch hiebei wird derRasen, auf dem der kranke Fuß gestanden ist, herausgestochen,der kranke Fuß unter allerlei Sprüchen und Gebeten von obennach unten mit dem„ Wasen" abgewischt und der Rasenziegelschließlich umgekehrt, d. h. mit der Grasseite nach unten, zu einemBaum gelegt. Beim Weggehen darf sich der„ Wendder" nicht um-sehen. Aus dem Unterinntal in Tirol wird das Rasensteckenfolgendermaßen geschildert: Das kranke Rind wird auf eine Flächemit„ Fußgras" geführt, wo das„ niedrige Gras” wächst. Gemeintist der Weiderasen( engl. Raygras, Rispengras, Breitwegerichu. dgl.). Der kranke Fuß soll noch nicht offen sein. Man läßt das Tierstehen, bis der Boden, auf dem das Tier steht,„ warm" gewordenist, zeichnet dann den Rasen rings um die schmerzhaften Klauenan, führt das Tier wieder weg und gibt den ausgeschnittenenRasenziegel über einen Ofen, wo er verdorren soll.
Von Tschinkel(„ Zur Gottscheer Volkskunde", Zeitschr. füröst. Volksk., Wien 1909) wird das Rasenstecken in ähnlicher Formwie im Lungau auch aus der Gottschee mitgeteilt.
v. Alpenburg( Mythen und Sagen Tirols", Zürich 1857, S 350)berichtet aus Tirol, daß. dort gegen eine Klauenkrankheit, die das„ Kröt" genannt wird, das sogenannte„ Wasenreißen" in An-wendung gebracht wird. Die kranke Kuh wird auf eine Almwiesegestellt, der Wasen auf dem der kranke Fuß gestanden ist, heraus-geschnitten, auf der Grasseite werden drei Hölzeln so eingesteckt,so daß sie ein Dreieck bilden, und der Wasen wird dann oberhalbdem Herde der Sennküche oder im Rauchfang aufgehängt.
Wuttke(„ Der deutsche Volksaberglaube", Hamburg 1860,S= 169) berichtet aus Ostfriesland:„ Bei einer gewissen Huf-krankheit der Kühe wird ein Stück Rasen, auf dem die Kuhgestanden, ausgestochen und hinter den Herd gelegt, so wie derRasen verdorrt, verschwindet auch das Uebel".
Auch Sartori(„ Der Schuh im Volksaberglauben”, Zeitschr.1. Volksk., Berlin 1894 S 41 f) bringt zahlreiche Beispiele vonder weitverbreiteten Meinung über die sympathetische Kraft derFußspur. Aus Liebrecht, Zur Volkskunde S 316 wird von Sartorimitgeteilt, daß auch in Norwegen das Rasenstecken vorkommt.Wird ein Stück Vieh lahm, so soll man den Rasen, worauf es mitdem kranken Beine steht, ausschneiden und auf einer Zaunstangehoch oben aufstecken". Genau wie im Lungau.
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