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auf unsere Tage kaum jemals unterbrochenen Gang kulturellerBeziehungen, und zwar nach derselben Richtung, an einem Beispielverfolgen, das etwa in das 13. Jahrhundert fällt. Auch hier be-finden wir uns mitten in heute slowenischem Gebiete, am Nord-abhang der Petzen, südlich von Bleiburg. Die Sprache der Ur-kunden aus diesem Gebiete stellt uns vor dieselben Rätsel, diesich uns bereits im 9. Jahrhundert gezeigt haben: Ueberall aufdiesem Boden wimmelt es von deutschen Orts- und Familiennamen,die den alten lautlichen Stand ihrer Quellsprache genau festhalten.Rudolf, Kanaut, Writz Fritz, WörrantWeriant, Strittich, Harrich ahd. Haririch,Herrich, Hörrant- ahd. Heriant, Ludrant ahd.Liud brant. Dazu kommen eine Reihe von jüngeren Personen-namen, die entweder Heilige oder Beruf, Geschäft und Standbezeichnen. Und in dieser Gegend gibt es heute noch eine alteBesitzgemeinschaft unter dem Namen Techma, das ist mhd.de heme, einer lautgerechten Weiterbildung des lateinischenWortes decima. Der Name und die ihm zugrunde liegendeEinrichtung deuten darauf hin, daß jeder Teilgenosse am Gemein-schaftsbesitz seinen Zehent an die Grundherrschaft zu entrichtenhatte. Ueber die letzte Entwicklung dieser Verhältnisse gibt nochein Generalakt aus dem Jahre 1890 interessanten Aufschluß.
Nicht weniger deutschen Einfluß zeigt die Sagenüber-lieferung der Slowenen in Kärnten. Ihrem Inhalte nach unter-scheiden sich die Sagen und Märchen der Kärntner Slowenendurchaus von denen ihrer Stammesbrüder jenseits der Karawanken.Die enge Nachbarschaft mit den Deutschen brachte eine innigewirtschaftliche Durchdringung, aber auch eine fast unlösliche Blut-mischung mit den Deutschen zustande und dieser Verlauf dernatürlichen Germanisierung der Kärntner Slowenen hat auf ihregeistige Ueberlieferung so stark eingewirkt, daß vieles von derslowenischen nationalen Ueberlieferung in Kärnten völlig derVergessenheit anheimgefallen ist, was in Krain noch kräftig lebt.Bis auf wenige verblaßte Spuren ist alles durch verwandteGestalten und Vorstellungen aus dem Schatze deutscher Ueber-lieferung ersetzt worden. Ja, nicht genug damit, sind auch alle Be-zeichnungen deutsch und halten in ihrem Lautstande einen Zustandfest, den wir im Deutschen nur aus ganz vereinzelten und zu-fälligen Urkunden belegen können. An einigen Sagengebilden solldies aufgezeigt werden.