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Als erhaltende Kräfte wirken einzelne Teile des Volksgutes: Tracht,Volkslied und vor allem die Zipser Mundart, deren Pflege gerade durch dieseelische Entfremdung von der deutschen Kultur gefördert wird. Der Anfalldes Landes an die Tschechoslowakei schaltete die magyarischen Kräfte zumgrößten Teile aus, ein Teil der magyarisierten deutschen Oberschicht wan-derte nach Rumpfungarn ab, bei den anderen beginnt die Wiederbesinnungauf die deutsche Art und der Anschluß an die übrigen Deutschtumsgruppendes neuen Staates, allmählich überwindet das Zipser Deutschtum die magy-arische Zeit.
Die Darlegungen sind reichlich mit statistischen Zahlen unterbaut, dasBuch ist dadurch teilweise methodisch wegweisend für die Sprachinsel-forschung. Den Schluß bilden 13 Tabellen und 2 graphische Darstellungen.
Beachtenswert ist auf Seite 5 die Heranziehung von Tatsachen derneueren Kolonisationsgeschichte zur Erklärung der mittelalterlichen. Abzu-lehnen ist dagegen die Vermutung, daß die Zipser keine Neu-, sondern Nach-siedler gewesen seien, weil in ihrem Gebiete die Ortsnamen auch
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- reut und
rode fehlen( S. 4). Bedenklich erscheint auch der Versuch( S. 16), dieZahlen der deutschen, slowakischen und magyarischen Familiennamen in denSteuerkonskriptionen von 1715 und 1720 zur Feststellung der damaligenNationalitätenverhältnisse heranzuziehen. An dem Falle der Kremnitz- ProbenerSprachinsel, bei der die nationalen Verhältnisse viel einfacher und eindeutigersind, läßt sich zeigen, wie wenig dieses Verfahren brauchbare Ergebnisseliefern kann( vergleiche Kuhn, das Deutschtum der Kremnitzer Gegend in derersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, in( Karpathenland, Jahrgang 3, Heft 3,Reichenberg 1930). Dadurch wird die an sich unwahrscheinliche Annahme derRückgermanisierung einer Reihe von Ortschaften seit 1720 hinfällig. EineQuelle zweifelhaften Wertes für die historische Nationalitätenstatistik sindauch das ,, lexikon universorum regni Hungariae locorum" von 1773( vonFausel nach einem Manuskript des Käsmerker Lyzeums von 1775 benützt,aber schon 1920 von der ungarischen Friedensverhandlungskommissionherausgegeben) und Korabinskys Geographisch- historisches und Produkten-lexikon von Ungarn von 1786( vergleiche diesbezügl. ebenfalls die oben-genannte Arbeit.)Walter Kuhn.
Wührer Karl: Romantik im Mittelalter. Beitrag zur Ge-schichte des Naturgefühls, im besonderen des 10. und 11. Jahrhunderts. Ver-öffentlichungen des Seminars für Wirtschafts- und Kulturgeschichte an derUniversität Wien, herausgegeben von Alfons Dopsch, Nr. 6). Verlag RudolfRohrer, Baden- Wien- Leipzig-- Brünn 1930. 76 S.
Die Schrift betrachtet eine Seite des frühmittelalterlichen Geisteslebens,die besonders geeignet erscheint, das Empfinden jener Zeit dem Menschen derGegenwart näher zu bringen: das Verhältnis des Mittelalters zur Natur, dieLiebe zu ihr und den Sinn für ihre Schönheiten. Nachdem der Verfasser dasNaturgefühl der Romantik gekennzeichnet hat, sucht er bei den Menschen des10. und 11. Jahrhunderts die nämlichen Züge( Sehnsucht nach der Natur,Hang zur Einsamkeit in ihr, Grauen vor der Natur, Vorliebe für Mond- undNachtstimmungen) durch eine Reihe von Stellen aus prosaiischen und nament-