Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde35 (1930) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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35 (1930) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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Klagenfurt die Dämonen, wenn man einen Suppentopf mit Suppe zum Fensterhinauswirft, um das Unwetter zu vertreiben. Auch das Tuch, mit dem zu Osterndas Weihfleisch zugedeckt war, wirkt besänftigend. Opfergaben, wie sie dasAlmwaberl und die Almmanderln als Ahnen- und Beggeister auch jetztnoch verlangen, heischt auch das Manderl, das in Zeltweg bei schönemWetter zu den Leuten, die beim Heuen sind, kommt, von der Bäurin Milchverlangt und ein nahendes Gewitter, ursprünglich wohl als Dank für die Gabe,ankündigt.

Mannigfache Pflanzen werden verbrannt. Nicht nur im Zirbitzkogel-gebiet, auch im Ennstal, Reifersdorf bei Knittelfeld und auf der SekkauerHochalm muß das Palmkatzerl auf der Herdplatte verbrannt werden; im Herdwürde es den Blitz anziehen, wie man in Reifersdorf sagt. In Knittelfeld selbstwird es ins Feuer geworfen. Auch Brennesseln, Hanaf Hanf, Kranewitt,Eichen und Lindenblätter werden als Gewitterschutz verbrannt. In Kärntenfügt man zu Brennessel, Hanf und Kranewitt noch Wicken und Erbsenblätter.Im Ennstal nimmt man auch die Brennessel, dazu aber Eicheln und Linden-blätter und taucht alles vorher ins Weihwasser. Aus Italien Eingewanderte er-zählen, daß dort Olivenzweige, die zu Allerheiligen geweiht worden sind, anregengeschützter Stelle im Freien angezündet werden. Der Palmbuschen be-wahrt seine Segenswirkung allerdings auch, ohne daß er verbrannt wird.Unters Dach zwischen die Ziegeln gesteckt, schützt er das steirische Hausvor dem Einschlagen des Blitzes, wie die Palmkatzerln, die bei Gewitter unterGebeten in der Fensternähe angebracht werden. In Melk wird eine Kornähregepflückt und an das Fenster des Wohnhauses gesteckt. Wie man mit einerPfanne den Hagel auffängt, den man zerschmelzen läßt, bringt der Sachen-dorfer bei allzustarkem Regen ein Faß ins Freie. Ist es gefüllt, so hört durchAusgleichung der Regen auf. Nach italienischem Brauch schiebt man sich zweiHagelkörner ins Genick und geht damit beten. In Admont bewahrt man einStück Weihholz in der Kohlenkiste auf, das bei Gewitter ins Feuer geworfen,den Blitz abhält. Erwischt man es zu einer anderen Zeit, kommt der Teufelund zerreißt alles." Der Blitz trifft gewiß den Träger eines frisch gewaschenenHemdes oder einem beim Fenster Stehenden, weil die Augen, nach anderendie Zähne den Blitz anziehen. Im Herde darf kein Feuer brennen ein all-gemein verbreiteter Glaube.

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Dem Kärntner verrät der Gewitterregen den Stand der kommendenErnte. Er ballt vor der Aussaat Ackererde zu einem festen Klumpen, den erin den Regen legt. Fällt der Brocken dabei auseinander, so wird der Hagel dieSaat vernichten; saugt er sich voll und bleibt beisammen, dann deutet es aufein segensreiches Jahr.

Ostereier( Pisanice) im Burgenland.

Von Pfarrer Peter Jandrisevits, Schandorf.

Wie man sich Allerheiligen nicht ohne Heilige Stritzel, Weihnachtennicht ohne Christbaum, ebenso kann sich der Burgenländer Ostern nicht ohne,, Rote Eier" vorstellen, da diese Eier schon zur Idylle des Tages gehören.