Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde35 (1930) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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35 (1930) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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Aus einer Kartenskizze,

( Ksp. Kuhmoniemi).in die alledem Verfasser bekannten Museumsstücke eingetragen sind, geht dieöstliche Verbreitung dieses Gegenstandes klar hervor.

Die Kugelklapper ist in Finnland zum Zusammenrufen derArbeiter zum Essen verwendet worden. Es ist nicht bekannt, daß sieirgendwo zu einem anderen Zweck verwendet worden wäre.

Schon das ausgeprägt östliche Verbreitungsgebiet dieserKlapper in Finnland weist darauf hin, daß ihr Ursprung wohl in demKreise der russischen Gegenstandskultur zu suchen ist. Tatsächlichist die Kugelklapper weithin in Rußland in Gebrauch gewesen,nicht nur bei den Russen, sondern auch in den deutschen DörfernSüd- Rußlands.1) Die russische Klapper entspricht in ihrem Typusder finnischen.

Außerden ist diese Klapper auch bei den Letten bekannt2). Inder Sammlung für deutsche Volkskunde in Berlin hat Verfasser dieModelle einer aus Schlesien( Haynau) stammenden Kugelklappergesehen. In der Literatur wird die Kugelklapper aus Kärnten,Steiermark, Salzburg und Tirol erwähnt³). Wie in Finnland, wurdesie in diesen Gebirgslandschaften als Eßglocke angewandt; bis-weilen wird sie auch Essenklepper" genannt. Sie war im Gebirgeviele Kilometer weit hörbar. Außerdem lärmte man stellenweise mitihr auch während der Kar- oder Stillen Woche, soweit sie nicht vonder Ratsche verdrängt war. Hinsichtlich ihrer Form ist die Kugel-klapper auch in diesem ihrem westlichen Gebiet im allgemeinenebenso wie im Osten.

Neben dem Haupttyp gibt es jedoch manche mehr oderweniger abweichende Formen. Im Museum für österreichische Volks-kunde in Wien befindet sich z. B. eine seltene, aus der Steiermarkstammende Variante mit zwei parallelen Griffen.

Da die Kugelklapper nur aus slavischen Siedlungsgebietenund aus solchen Gegenden bekannt ist, in denen oder in deren Näheeine slavische Bevölkerung entweder wohnt oder gewohnt hat,kann man sie sehr wahrscheinlich für eine sla-vische Erfindung ansehen.

Interessant ist, daß sie, wie wir gesehen haben, in den Ost-alpen( Kärnten, Steiermark, Salzburg und Tirol) auftritt, bis in

1) S. z. B. Zschr. d. Ver. f. Volksk., XIII, S. 436.

2) Bielenstein, Holzbauten, S. 600

3) Meringer( Zschr. f. öst. Volksk., X, S. 184); Bünker( Mitt.d. anthr. Ges., XXXII, S. 100 u. Abb. 77); Zschr. d. Vereins f. Volksk., XII,S. 214 ff; XIII, S. 436.