Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde35 (1930) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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35 (1930) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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Zeitbestimmung. Vom streitbaren Wesen der Burschenzechen imInnviertel legen Schlagringe, Reißer, bewehrte OchsenziemerZeugnis ab. Als alte Musikinstrumente verdienen die Schlagzithern,Maultrommeln, Xylophone( hölzerne Glachter") zum schlagen mitKlöppeln usw. Beachtung.

A. Walcher- Molthein: Die Bestecksainmlung im Schloß Steyr.Kunst und Kunsthandwerk, XV( Wien 1912), I ff.

Derselbe: Oberösterreichisches Hohlglas mit Emailfarbenbemalung.Werke der Volkskunst II, 51 ff.

M. Haberlandt: Alpenländische Bestecke und Messer von volks-tümlicher Artung. Werke der Volkskunst III. 1 ff.

Derselbe: Ueber Raufwerkzeuge. Zeitschrift f. österr. Volksk. XI, 81 ff.

RAUM XIV.

Möbel, eisernes Beschlagwerk, Aushängeschilder, Innerösterreichund Alpenvorland.

In den behäbigen Bauernhöfen auf den getreidereichen Bödensüdlich der Donau findet man in Oberösterreich bis nahe an Salz-burg heran ein farbenprächtiges Mobiliar aus der Zeit von etwa1770 bis 1830 noch vielerorts erhalten. Kästen dieser Art vonstattlichen Maaßen in Abt. 1-2 und 3-4. Die Malerei desKastens v. J. 1791 veranschaulicht mit allerhand Sinnbildern( Strich-kalender, Blumen und Tierkreiszeichen) Jahreszeiten und Jahres-lauf. Von den Betten dieses Stils an Wand 12 zeigt eines v.J. 1781eine Hochzeitstafel und den herkömmlichen Tanz. Vergleiche auchdie Bemalung der Sessel ebendort. Von dem Zierstil noch orts-ständiger Kästen und Truhen in der Umgebung von Lambach bietendie von Frau G. Brunner- Wimmer in Originalgröße abgenommenenfarbigen Musterproben an Wand 5 ein wirklichkeitstreues Bild. Er-heblich kleiner sind die Kastenmöbel des steirischen Gebirgslandes( Wand 5-8), vorzüglich der Kleinhäuser im Salzkammergut mitoft besonders liebevoller Bemalung( an Wand 5). Die älterenTruhen v. J. 1844, 1842 und 1801( Wand 10, 11, 13) zeigen Blumen-malerei und das Eindringen des Genrebildes in diesem ländlichenKreis im 19. Jahrhundert. Kärnten weist unter dem Einfluß des itali-enischen Kunstgewerbes einen gewissen mehr bürgerlichen Bestandvon einfach eingelegten und glatten Hartholzmöbeln auf, wie diesdie Truhen( Wand 9) zeigen. Auf ihnen eine Anzahl stilgleicherZunfttruhen aus dem Burgenland. Eine beachtenswerte Leistungbäuerlichen Handwerks wohl eines Wagners stellt der mit