Library / Self-PublishedÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde35 (1930) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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35 (1930) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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mein Vater noch 1910 das Absterben zweier Obstbäume als Zeichenseines eigenen Todes und des eines Sohnes angesehen; der ein Jahrspäter erfolgte Tod beider wurde als Bestätigung betrachtet.

Gibt es recht viele Haselnüsse im Jahr, so gibt es vieleMädchen mit ledigen Kindern. Eine oft gehörte, wenn auch scherz-haft verwendete Redensart.

Volksreligiöse Opfergebräuche in Jugoslavien.Von Rudolf Kriss, Berchtesgaden.

Mit 4 Bildertafeln.

In folgenden Zeilen soll versucht werden, eine knappe Ueber-sicht über die in der Gegenwart noch geübten Opferkulte Jugo-slaviens, wie sie sich mir bei meiner Durchforschung verschiedenerWallfahrtsorte darboten, zu geben. Ohne Anspruch auf Voll-ständigkeit zu erheben, beabsichtige ich lediglich, meine aufmehreren Reisen in den einzelnen Landesteilen des neuen süd-slavischen Staates gemachten Beobachtungen schriftlich nieder-zulegen. Da mit ganz geringen Ausnahmen fast keine Literatur zumeinem Thema vorhanden ist, was mir auch von den Fachgelehrtendes Landes bestätigt wurde, muß ich mich auf mündliche Berichteund in der Hauptsache auf eigene Erfahrung beschränken.

Bevor ich zu meinem eigentlichen Thema übergehe, soll einfür jeden Volkskundler, der über Jugoslavien arbeitet, geltenderLeitgedanke hervorgehoben werden, nämlich der von der ver-schiedenartigen kulturellen Schichtung dieses Landes. Es sind imwesentlichen drei Kulturkreise, die auf die jugoslavische Bevöl-kerung einen weitgehenden Einfluß ausgeübt haben. Ich nennezuerst den von Norden kommenden deutschen Einfluß, der sichnamentlich in Slovenien und in einem Teile Kroatiens bemerkbarmacht; ferner den östlichen, der vom Balkan über Serbien undBosnien herauf eindringt, und sich in Kroatien mit dem deutschenvermischt, und den westlichen, italienischen, der allerdings nureinen ganz unwesentlichen Gebietsteil, einen schmalen Küsten-streifen am adriatischen Meere umfaßt. Selbstverständlich ist diesnur ein ganz allgemeiner, cum grano salis zu nehmender Satz.Auch verschieben sich die Grenzen bei den einzelnen volkskund-

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