Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde35 (1930) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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35 (1930) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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deren bisher erschienene 11 Folgen in dieser Zeitschrift XXXI, S. 24 ff;XXXII, S. 17 und XXXIII, S. 147 f. berichtet worden ist. Während bisher diebehandelten deutschen Volkskunstprovinzen im deutschen Reichsgebiet lagen,wird im vorliegenden über die deutschen Reichsgrenzen, sachlich vollkommenberechtigt, hinübergegriffen und deutsche Volkskunst auch in den durchdie politische Wandlung nichtdeutsch gewordenen Gebieten zur Dar-stellung gebracht. Wir wollen wünschen, daß auch die deutsch- österreichischeund etwa auch die schweizerdeutsche Volkskunst in weiteren Ergänzungs-bänden behandelt werden wird, umsomehr, als ja in diesen beiden deutschenKulturlandschaften die Volkskunst vergleichsweise eine ungleich stärkere undvielseitigere Entwicklung genommen hat als in den meisten reichsdeutschenLandschaften. Um nun auf den vorliegenden, die Volkskunst des Elsaß be-handelnden Band einzugehen, so ist die Anlage desselben derjenigen dervorigen Bände gleichlaufend. Der von Ernst Polaczek verfaßte Textteil be-handelt in ausreichender Art der Reihe nach das typische Dorf- und Stadtbild,das Bauern und Bürgerhaus, die Kirche, das Innere des Hauses mit seinenMöbeln, die ländliche Keramik, die graphische Volkskunst und endlich dieVolkstrachten des Elsaß. Eine Schilderung der kirchlichen Erscheinung desLandes( Kirchenbauten, Glocken, Friedhofsanlagen u. s. w.) beschließtden Textteil, der 46 Seiten des Bandes umfaßt. Auf die gehaltvolleEinleitung, welche eine allgemeine landeskundliche Schilderung und einengeschichtlichen Ueberblick in Kürze beibringt, sei noch besonders verwiesen.Die Ausführung der 200 Abbildungen ist, wie bei den früheren Bänden zur,, Deutschen Volkskunst", eine tadellose und bringt die verschiedenen Typenin sorgfältiger und charakteristischer Auswahl bei.

Prof. M. Haberlandt.

Leonhard Franz: Vorgeschichtliches Leben in denAlpen. Mit 82 Abbildungen. Verlag von Anton Schroll& Co., Wien, 1929.Das vorgeschichtliche Wirtschaftsleben in den Ostalpen wird in diesemBuche, in gemeinverständlicher Ausdeutung der archaeologischen Zeugnisse,höchst anschaulich geschildert. Leben und Arbeit der Bergleute, die haupt-sächlich auf Kupfer und Salz schon in praehistorischer Zeit ausgingen undbesonders die berühmten Funde aus den heute noch in Nutzung stehendenSalzbergwerken von Hallstatt und Hallein, endlich auch die schon frühe zugroßer Wichtigkeit gelangte vor- und frühgeschichtliche Eisenproduktion inden Ostalpen finden ihre sachkundige Schilderung. In manchen Dingen läuftein nie abgerissener Faden der Entwicklung aus der Vorzeit bis in dieGegenwart. Dies macht das vorliegende Buch auch für den Volkskundler undKulturhistoriker interessant und bedeutungsvoll. Die flüssige textliche Dar-stellung wird durch zahlreiche instruktive Abbildungen angenehm unterstützt.Prof. M. Ha berlandt.

J. G. Frazer: Der Goldene Zweig. Uebersetzt durch Dr. Helen

von Bauer. C. L. Hirschfeld. Leipzig 1928. 1088 S.

Wenn der Großmeister englischen Folklores die vorliegende Ueber-setzung seines wohlbekannten Monumentalwerkes gekürzt und ohne die für