Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde35 (1930) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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35 (1930) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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sind noch romanische Motive erkennbar, ihre Vorlagen sind alsosehr alt.10)

Wahrscheinlich hat beides, das städtische Gewerbezeichenund das bäuerliche Gerät zusammen die L. ergeben. Es ist die reiz-

Abb. 2. Kopfende einer Kronstange. Sollno, Dalarne, Schweden.( Nach S. Erixon.)

volle Aufgabe einer weiteren Untersuchung diese Fragen zu klären,die sich mit Hilfe des mir bekannten und hier vorgelegten Stoffesvorläufig nicht entscheiden lassen.

Apulische Feldhütten und die Trulli von Alberobello.

Von Dr. Emerich Prettenhofer.

In meinen Beiträgen zur Sardischen Volkskunde"( Heft 4/5u. 6 des Jahrg. 1926 d. Zeitschr.) habe ich bei Hausbau" angeführt,daß die Mehrzahl der Feldhütten Apuliens und alle Dorfhäuser inAlberobello bei Bari kegelförmige Reisigdächer trügen. Dies be-ruhte auf einer Mitteilung Professor Taramollis, die ich hinsichtlichdes Dachmateriales mißverstanden hatte. Die Besonderheit derTrulli oder Caselle genannten Feldhütten Apuliens, die sie vonallen anderen Italiens unterscheidet, sind nämlich die hohen, kegel-förmigen Dächer, die massiv aus grauem Kalkstein( Chian-carelle) ohne Bindemittel aufgeschichtet werden. Sie haben in demGebiete von Trani im Norden bis zur Linie Francavilla- Castellanettain Süden einen durchaus einheitlichen Typus und sind so zahlreich,daß sie dem Landschaftsbilde sein Gepräge geben.

10) Sigurd Erixon, Fataburen 1917 und Upmark- Festschrift 1925,S. 45 ff. mit Taf. 21-23.

Kronstangen kamen in ganz Schweden vor, aber nur inDarlarne in der Weise geschnitzt. Führer durch Skansens Kulturgeschicht-liche Abteilung 1925, S. 50.