Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde34 (1929) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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34 (1929) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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BIBLIOTHEK DES VEREINESFÜR ÖSTERREICHISCHE VOLKSKUNDE

Wiener Kinderglaube.

Ein Beitrag zu» Volksglaube und Volksbrauch in der Großstadt<<.Gesammelt in Ottakring und Hernals( Wien XVI. und XVII)von Oberlehrer Leopold Höfer, Wien.

( Schluß.)W

Wachholder( s. Kronawett) Tee; zum Räuchern; gesund sind dieBeeren zum Wildbret.

Wachs von alten( Weih- und Christbaum-) Kerzen zum Gießen vonFiguren( vergl. Bleigießen).

Wachsen. Wer noch wachsen will, darf sich nicht viel niedersetzen.Wachstum der Mutter: daß sie nicht so lang und dünn wird, ist werüber sie drübergestiegen; auch über die Füße steigen hält es zurück( a).

Wachter( cacatum) paßt auf( a), solang er warm ist), daß man nichterwischt wird. Beim Birnstehlen, daß niemand hineinkann in den Garten;Gersthof beim Weinbergrabsen; in unserm Haus habns Eier gstohln unddafür einen Wachter ins Einlegglas gesetzt. Hineintreten bringt Glück( v).Wackeln sah ich den Sessel allein, als ob der kleine Bruder sichanhielte; der stirbt im Wilhelminenspital.

Wagen wird schwer, die Geister versprechen Bäckerei und springenalle in den Bach; daheim sinds Roßknödel. Ein schwarzer Hund renntdaneben, hinten ist der Wagen schneeweiß( Tulln;[ v]). Mit dem Himmels-wagen fahrt das Christkindl spazieren.(» Festjahr«, S. 440, Wodanswagen,Himmelswagen, in Preßburger Sterngesang* hürewagen« das Sternbild desgroßen Bären.) Wenn beim Fensterputzen( im Fiaker oder Auto) dasFenster auf die linke Spitze fällt und stehn bleibt, kommt ein Wagen-oder Auto- Unglück: Man schmeißt um.

Verdreht:

» Wagenwei, Wagenwei, wer ned geht, den hab i glei« die Formel,auf die jeder aus dem Schutzort( Lepoidt) rennen muẞ.Magenweh.

Wagner, der einen Nagel krumm schlägt, kriegt wenig Geld( Tulln).Wald. Wenn man hineinruft und bekommt Antwort, stirbt man( ähnlich[ v]); wenn ein schlechtes Wort herauskommt, bedeutets Tod, eingutes aber Glück.- Wer im Wald übernachten muß, zieht mit( geweihter) Kreideeinen Kreis um sich her gegen Unheimliches. Hat man ein unheimlichesGefühl bei einem alten Kreuz, wo ein Mord war, so wirft man drei Steinein die Höhe; ihr Fallen bedeutet was, man findet was, einen Schatz( Schweiz).

Waldandacht( ähnlich Exelberg). Um Mitternacht wird ein Spiegelvergraben und mit einer Zange herausgezogen; man sieht drin die Zukunft.Waldmeister in den Maiwein( A); gegen Schaben( Motten)( v); in die

Pfeife,

Wallfahrten, besonders beim Kalvarienberg in Hernals( a): EinSteinchen wird heruntergekletzelt, das bringt Glück, besonders in der Geld-börse. Geht man in Mähren in die sieben Polauerberge, hat man siebenJahre Glück. Wallfahrtskirche, von der Mauer was abkratzen, dapassiert nichts Böses( a); kein Ueberfall.