Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde34 (1929) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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34 (1929) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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Ueber der Grundschicht der alten Landeseinwohner, der Pruzzearechts der Weichsel und der Slawen( Polen, Masuren, Pomerellen) sie-delten sich hier hauptsächlich niederdeutsche Kolonisten, Westfalen undSchlesier an, und es entsteht dann in der Neuzeit eine Mischkultur, inwelche auch andere fremde Zuwanderer, wie die Salzburger Protestanten,Bauern aus der Schweiz, aus Sachsen, aus der Pfalz und sonstigen verschiedenen Teilen Deutschlands ihre landschaftlichen Züge bringen. Diesses buntgemengte Bild des Volkstums spiegelt sich auch in der Volkskunst Ostpreußens. Der Verfasser unterscheidet mehrere, in sich zusammenhängende, von einander durch tiefgehende Wesensunterschiede scharfgetrennte Ausdrucksgebiete derselben, die in erster Linie durch den Un-tergrund, auf dem die deutsche Volkskultur sich aufbaut, bestimmt wer-den. Wir können hier seiner eingehenden Charakteristik dieser verschiedenen Volkskunstkreise Ostpreußens im Einzelnen nicht folgen, ihr Studium ist indessen von besonderem Interesse, weil die Auswirkung derethnographischen Grundlagen hier überall mit besonderer Deutlichkeitaufscheint. Die Anlage des speziellen Teils, der der Reihe nach die Schil-derung von Haus und Hof in allen ihren Einzelheiten, von Kirche undFriedhof, der Einrichtung des Hauses und allen Kleingeräten für Haus-und Erwerbsleben, endlich auch eine Darstellung der geringen Volkstrachtreste, wo sie sich vereinzelt erhalten haben, beibringt, hält sich inUebereinstimmung mit der Disposition der übrigen 9 Bände DeutscheVolkskunst" Zwei Schlußkapitel behandeln Handwerk und häuslicheHandarbeit und die Gegenwartslage der Volkskunst, für die, wie fastüberall sonst, das Klagelied des Ehedem und Vorbei gilt. Die reiche Be-bilderung des schönen Werkes hält sich ganz auf der Höhe der voran-gegangenen Bände der Volkskunstserie.Prof. M. Haberlandt.

Joseph Schlicht: Bayerisch Land und bayerisch Volk.Straubing. Ortolf& Walther, vorm. Manz'sche Hofbuchhandlung.

Dieses Werk eines vortrefflichen Kenners altbayerischen Bauernund Volkstums, als welcher der 1917 verstorbene Joseph Schlicht in wei-testen volkskundlichen Kreisen bekannt ist, erfuhr in vorliegender Neuausgabe eine wohlverdiente Neubelebung durch den Herausgeber Dr. S.Höpfl, der dem Buche auch ein liebevoll gezeichnetes Lebensbild desVerfassers vorausgeschickt hat. Das Werk schildert nach den drei kirch-lichen Festkreisen Weihnachten, Ostern und Pfingsten das niederbayerische Bauernleben in kleinen, lebenswahr erfaßten und reizvollwiedergegebenen Bildern, von deren umfassender Mannigfaltigkeit dieZahl von 82 Skizzen Zeugnis ablegen mag. Prof. M. Haberlandt.

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Professor Dr. Adolf Helbok: Volkskunde Vorarlbergs.( Heimatkunde von Vorarlberg; herausgegeben vom Vorarlberger Landesmuseum unter Schriftleitung von Dr. Adolf Helbok, Heft 8). Schul-wissenschaftlicher Verlag Haase. Leipzig, Wien, Prag. 1928.

Der Versuch, eine Vorarlberger Volkskunde in knappem Rahmenzu geben, wird hier von einem bewährten Kenner des Landes und Volkes von Vorarlberg mit Glück und Geschick unternommen. Der Inhaltder 73 Seiten umfassenden Schrift gliedert sich in die Abschnitte: 1. Kul-