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schiedenfarbigen Lederstreifen hübsch gestickt, besonders bei der Fest:tagstracht. Die Brautschuhe hatten Absätze aus rotgefärbtem Leder.
12. Schürze: Bei der Festtagstracht waren sie aus tiefblau ge-färbtem, harbenem Tuch, das mit einem Seidenbande festgehalten wurdeund den Kittel ganz bedeckte. Sonntags und Werktags bestand dieSchürze zur oberen Hälfte aus gleichem Tuch, die untere aber aus be-drucktem Kattun. An Werktagen wurden auch„ tschurtschenfarbene"getragen. Man gewann nämlich aus Tschurtschen( Fichten oder Lärchen-zapfen) eine braune Farbe, mit dem hausgemachtes Leinen für Schürzengefärbt wurde. Zur Klagetracht war die Schürze schwarz.
Zur Festtagstracht gehörten auch Stutzen,„ Handsch" genannt. Sie reichten vom Ellbogen bis zum Handgelenk und waren mitMarderfell verbrämt. An Sonn- und Werktagen trug man die„ Armhösle", Stutzen, die wie Strümpfe gestrickt waren.
Die heute noch bräuchliche Weibertracht Glossar ::: zum Glossareintrag Weibertracht ist folgende:Ein Kittel aus schwarzem Loden, nach innen stark gefaltet, wennauch nicht mehr mit« Wurst» versehen; der« Tschoap»( Leibjacke)mit Aermel, vorne eng geschlossen und mit Fischbein versteift.Er bildet mit dem Kittel ein Kleidungsstück.
Zur Tracht gehörte auch das Brusttuch, das hinten amHalse festgeheftet und vorne kreuzweise über den Tschoapengelegt wurde. Man hatte sie schon bei den Miederkitteln, dortwurden sie aber unter das Mieder gesteckt. Es war von roterFarbe. Besonders gesucht waren die sogenannten« englischen>>,rote, zwilchgewebte Tücher mit weißen Mustern. Solche Brust-tücher sind auch in der heutigen Tracht noch geblieben undbilden nun deren Hauptschmuckstück. Sie sind aber nur einfachgewebte. Will eine besonders Staat machen, z. B. bei Taufen,Hochzeiten, so schaut sie sich um ein« altenglisches» um, dieaber sehr selten geworden sind.
In der Auswahl der Tücher bekundet sich überhaupt einRest von gesundem Geschmack und Farbenfreude und man mußeine Weibergruppe Glossar ::: zum Glossareintrag Weibergruppe etwa bei der Frohnleichnamsprozession engbeisammen sehen, um das Malerische auch an der heutigenTracht bewerten zu können. An den Tüchern unterscheidet sichdie Winter- und Sommertracht. Bei Letzterer sind die Tücher inhelleren Farben und dünner. Bei der Wintertracht werden jetzthäufig Wolltücher in ernsteren Farben( grün, blau, braun) getragen.Die Sarnertücher werden am Ostersonntag das erstemal angezogen.
Jeder Mann in Sarntal hat auch seinen Hutkasten. Das istein kleiner, etwa ein Meter hoher Schrank, der an der Wandaufgehängt wird und bunt bemalt ist wie die Truhe. Im Innernhängt an einem Nagel der Sonntags- oder Festtagshut. Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag Weiberhaben bunt bemalte Schachteln, mit Namen und Jahreszahl derHochzeit versehen, in welcher der Hut aufbewahrt wird, wie auchfür Spitzen, Bänder, Riedl und dergleichen Zier kleine Trüchelchenund Schachteln im Besitze jeder Weiblichkeit waren und noch