Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde33 (1928) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
Jahrgang 
33 (1928) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
Einzelbild herunterladen
 

97

Nachtigall hören bedeutet: Geld vom fremden Land..

Nachts soll man nichts herleihen, sonst kriegt das Kind keinen Schlaf.Nachttopf. Von einem kranken Kind wird oft der Topf samt Inhaltweggeworfen, drum soll man so was nicht angreifen, wenn mans findet.Nachtwächter macht, wenn er einen feurigen Hund sieht, mit derLanze einen Kreis um sich.

Nachzehrer zieht die Hinterbliebenen ins Grab nach.

Nackte Kinder im Traum sehen, verkündet Verdruß.

Her-

Nadeln, heruntergefallene, gibt man mit dem Knopf voran.schenken darf man keine, sonst zersticht man die Freundschaft( A); sie stichtam d' Liab å. Wenn man eine ausborgen muß, soll man sie anlachen undanspucken a, dann erst nehmen.

Nadelsprossen( frische Schößlinge) gegen Gicht( v) und als Lungen-tee( s. Kinderbad).

Mond.

Nägel( s. Kinder). 1. Fingernägel schneidet man bei abnehmend emAm Freitag.Man wirft sie in den Ofen, sonst schneidet mansich in das eigene Fleisch. Kleinen Kindern solls die Mutter abbeißen;wer sie Kindern unter einem Jahr abschneidet, schneidet ihnen das Leben aboder sie werden Diebe.- Nagelbeißer( ⟫Nägelfresser«) verkürzen sichdas Leben.- 2. Eisennägel. Wer sich einen in den Schuh tritt, trittauf Geld; es bringt Glück( s. aber Reißnagel). Wer einen findet, bekommtihn in den Sarg.. Gefundene schlägt man in den nächsten Baunt. Frevler,die Nägel in Särge schlagen( aus Bravour), bleiben hängen und sterben vorSchreck( v). Wenn man einen einschlägt, er springt weg und dreht sichnicht um, so geht er durch den Fußboden. Wenn man einen in die Erdeschlägt, bleibt der Geist dran hängen.( Mit dem Leintuch?) Wer zu Neu-jahr einen Nagel in die Wand schlägt, muß das ganze Jahr schwer arbeiten.Wenn der Nagel mit dem Bild mitfällt; bedeutet das nichts; nur wenndas Bild ohne Nagel fällt, ists eine Anmeldung.- Nägelbündel rollteNagelflecke. Das Glück blüht( A);Reichtum; weite Reisen; soviel weiße Flecke, soviel Kinder sind( bei Mädchen)zu erwarten.- Nagelfund: Wenn die Spitze mir zugekehrt, laß ich ihnliegen; steht der Kopf zu mir, hebe ich ihn auf, da ists Glück.ihn in den nächsten Baum( v)( s. oben) oder in die Zimmertür.rostigen Nagel findet, verwende ihn als Kleiderhaken.

vor den Füßen bis 1 Uhr nachts.

_

Man schlägtWer einen

Nageln soll man fest. Wenn man einen Bildhaken in die Wand schlägt,sagen die Leute:» Nagel den Tod fest an!<

Nagelwurzel. Ist sie ausgefranst, da lügt wer über mich.

Nähen. Wenn der Faden ausgeht, geht das Geld aus.- Oster-, Pfingst-sonntag, am Weihnachts- und Neujahrstag darf man nicht nähen, sonst ver-folgen einen Schlangen und Ungeziefer oder man steigt darauf( Steyr).Unglück( v).

Namen für die Neugebornen soll man nicht im Kalender suchen;gewisse Namen sterben bald, sagt die Godl( Patin).

Namenstag. Wenn an ihm die Blätter abfallen, verliert man die Haare.Narren bauen Häuser und Blinde kaufens. Hat ein Kind, aber nurein Kind, ein heißes Ohr, so stirbt ein alter Mann im Narrenhaus.Wenn Einer rappelt, lassens ihn aus dem Narrenhaus grüßen.- Wer starr( gston) schaut, sieht ins Narrenkastl; oder wie sich die Teufel spielen; wie'sChristkindl Bäckerei macht.- Närrisches Bein heißt der Elbogen, weiler närrisch weh tut; man wird ganz wurlat( wirr im Kopf; in Oberösterreich> hamisches Bein.

Naẞ. Wäscherin( d. h. ein Mädel), die sich beim Waschen sehr naßmacht, kriegt einen besoffenen( trunksüchtigen) Mann.