Library / Self-PublishedÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde33 (1928) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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33 (1928) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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der heilige St. Florian

sagt um 8 Uhr' s Feuer an."

Beim Johannesfeuer wird sodann der Waldmann in Gestalt einerPuppe verbrannt.

Dieser Brauch soll in Kematen( vielleicht auch in Gallsbach) schonüber 100 Jahre bestehen und von einem gewissen Asböck, der von Bayerneingewandert sein soll, mitgebracht worden sein.

Literatur der Volkskunde.

Neuere Arbeiten zur Siedelungskunde an den Grenzen desdeutschen Volkstums und in den Nachbarländern.

Von Dr. Arthur Haberlandt, Wien.

Für eine meist in landschaftlicher Beschlossenheit betriebeneWissenschaft, wie die Siedelungskunde, die zudem nur aus dem methodischen Zusammenwirken mehrerer Wissenszweige ihre Erkenntnisse zugewinnen mag, ist es notwendig und ersprießlich, ab und zu Umschau überdas gesamte Arbeitgebiet zu halten, das ihrer Betrachtung unterworfenist, um nicht einer gewissen Einseitigkeit in der Zielset ung zu verfallen. Einesolche Ueberschau unter Berücksichtigung aller Wegrichtungen schafft insehr willkommener Weise die erst kürzlich erschienene Festschrift fürR. Kötzschke.( Deutsche Siedlungsforschungen. Rudolf Kötzschkezum 60. Geburtstag, dargebracht von Freunden, Fachgenossen undSchülern. 297 S., 5 Karten. B. G. Teubner Leipzig- Berlin 1927.) Wenn auchhier die Ergebnisse der deutschen Siedlungsforschung im Wesentlichenmit Beispielen aus Sachsen belegt sind, gesellt sich ihnen doch auch eineReihe von Arbeiten zur Kunde der neuen Oststaaten und es ist hieranalles Wesentliche klargestellt, was auch im Umkreis der deutschen Sied-lungsgeschichte Beachtung und Klärung erfordert. Walter Uhle-mann:, Gegenwartsaufgaben vergleichender Siedlungsforschungen aufdeutschem Volksboden" bespricht zunächst ganz allgemein die anthropo-geographischen Grundlagen der Siedelungstätigkeit, siedelungsfreundlicheund siedelungsfeindliche Böden, die geschichtliche Forschungsarbeit mitden Mitteln der Vorgeschichte, Geschichte, Volkskunde, Sprachforschung( insbesondere Orts- und Flurnamenkunde, Dialektgeographie), aus derenZusammenwirken nun erst ein Gesamtbild des Werdens und Lebens derSiedlungen in der Landschaft ersteht. Mit Recht wird auf das Problem derSiedelungskonstanz nachdrücklich hingewiesen, ebenso wird man dem Verfasser beistimmen, wenn er die Siedlungsformen funktional und nicht bloßformal erfaßt sehen will. Die geschichtliche Mitgift der Siedler wird dabei eben so wenig zu vernachläßigen sein wie der Siedlungsraum. Daßhiefür schon aus der rein kartenmäßigen Betrachtung im kulturgeographischen Verstande noch sehr viel zu gewinnen wäre( Spezialkarte!), deutetVerfasser wohl etwas zu flüchtig an.

Erfreulich erweitert wird der Gesichtskreis über die rein ländlichenSiedlungen hinaus in dem Hinweis auf das kulturgeschichtliche Problem