Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde33 (1928) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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33 (1928) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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halten( v). Beim Friedhof der Namenlosen soll man nachts nicht über dieBrücke fahren; ein Milchbauer hat es gewagt, da kriegte er einen Schlag aufden Kopf! Die Pferde drehten von selber um und rannten heim.- Vergl.Zentralfriedhof. Bei einem ehemaligen Friedhof fällt die Mauer alle Jahreum. Wer am Friedhof iẞt, hat zu Hause Hunger. Wenn Einer beimFriedhof wohnt, heißt es, da stehen die Toten auf und nehmen ihn mit undbevor es dämmert, tragen sie ihn wieder zurück. Friedhofblumenverschwinden rasch. Dran riechen, da verliert man den Geruch( a); meinerMutter ist es so gegangen; man nimmt den Toten das Letzte weg; der Todkommt und holt sichs zurück( A). Der Friedhofsgang muß gemeinsamgemacht werden; wer zum Grab voraneilt, stirbt früher.

Frißling» wird nicht geboren, sondern erzogen«( A) sagt die Mutter,wenn ich zum drittenmal was will.

Frisur löst sich: Da löst sich das Glück, es kommt eine Ehescheidung.( Vergl. Haarnadeln.)

Fronleichnam- bäume. Kaum daß die Geistlichen vorbei sind, stehlnsdie Leut( A) und tuns auf die Madonna gegens Wetter. Die Birkenzweigekommen aufs Kruzifix, da geschieht nichts Schlimmes; bei Gewitter werdensie verbrannt.

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Frosch. Wenn er ins Wasser springt, regnet es, wenn auf Leiter oderheraus und schreit, wirds schön( A). Einen fangen und wieder freilassenbringt Glück. Reizt man ihn, so schimpft er und verflucht einen( beiLemberg). Wenn man ihm glänzende Fliegen gibt, findet man was.Wenn mau dem Gequack nachgeht, findet man einen großen Schatz, denmuß man vor Mitternacht ausgraben, sonst wird er in die Tiefe gezogen( Odessa). Wenn sie quacken: hält man einen Knopf, spuckt dreimal in denSumpf und geht weg, sonst gibts Malheur( Tulln), Froschschenkelwerden in Baden in der Schwechat ausgegraben und drei Tage nach Neujahrgegessen; in Tulln schaut man am heiligen Abend, ob die(-Krötenschenkelsagt der Bub offenbar irrig) noch springen; dann werden die Nachfolger( Nachkommen!) einen Geburtsfehler haben. Das Essen bringt im Mühl-viertel Glück( Weihnachtstag!) auch in Mährisch- Neustadt. In Schüttenhofenkommt der Frosch auf ein Holz(?; man ißt die Schenkel.

Frostballen zeigen das Wetter an( vergl. Hühneraugen). Nach einemheißen Bad kommt kaltes Wasser drauf. Auf» gefrörte« Hände legt man warmenLeim auf, bis er wegfällt.

Früchte Die ersten läßt man oben, sonst wächst nichts( w). Reißtman unversehen eine ab, soll man das Kreuz machen. Unreife soll man nichtessen, sonst gedeiht der Baum nicht.

Früh-

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gleich singen: wird man bald weinen, derstessen( überStiege stolpern) kommt man 10 Jahre früher ins Grab, soll man keinWasser trinken, sonst geht das Wasser aus oder es kommt ein Rohrbruch.Wem früh vor die Tür gemacht ist,( cacatum) der hat Glück.

Frühling. Im Frühling hört man zwei Stimmen:» Komm, gehen wirsterben!> Leben wir noch!( Vergl. Märzenkalb.) Frühlingssuppeaus neunerlei Kräutern( Veilchen, junge Brennessel.) ist gesund( v); inden Frühlingsstrudel kommt alles hinein, was man auf der Wiesefindet( v).

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Fachs quer über den Weg: Glück( v). Er wird auch beim Zahn-wegwerfen statt der Maus angerufen.( Nach der Oesterreichisch- ungarischenMonarchie in Wort und Bild, Böhmen, S. 452, dürfte dies čechisch sein)Er geht ins Wasser, daß alle Flöhe sich auf den Schweif flüchten, dannpeitscht er ihn hinein, daß sie ertrinken.

Fuhrwerker.» Ein Fuhrherr ist verunglückt, da ham der Sohn und derBruder gestritten, wer ihm die Leich machen darf.<( Erbstück aus der Rechts-geschichte?) Von der Familie darf niemand auf den Bock neben denFahrer. Abends läßt er kein Geld wechseln.Montag wird kein Kraut