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Die methodische Materialbeschaffung, die nichtdem Zufall unterworfen ist wie die bisher geübte Gelegenheits-beobachtung, erlaubt auch eine statistische Bearbei-tung des Materials, wie ja schon aus ein oder dem anderender angeführten Beispiele hervorgeht. Gerade die quantitativeErgänzung der qualitativen Ergebnisse erweist sichals äußerst fruchtbar.
Diese neue Arbeitsmethode ist nicht nur für dieKinderspielforschung von wesentlicher Bedeutung. In einigenFällen wird es sehr wohl möglich sein, sie auch auf andereGebiete zu übertragen und ebenso erfolgreich anzuwenden.Ferner wird man auch in einer Reihe von Fragen mit Hilfe dieserMethode zu eindeutigeren Antworten, als das bisher möglich war,gelangen können. Wenn ich recht verstehe, so war es auch einmethodisch ähnliches Vorgehen, das M. Haberlandt im Augehatte, als er davon sprach, daß eine Klärung in der Frage derheißumstrittenen Parallelentheorie wohl möglich sei durchBeachtung der Parallelen beim Kinderspiel, imExperiment und in der Erfahrung. 4) Die praktischeDurchführung dieser Anregung wurde allerdings nie in Angriffgenommen. Man kann ebenso bei weiterem Ausbau dieser Methodeheute nicht mehr in concreto beobachtbare Situationen im Experi-ment, zum Beispiel mit Kindern, herstellen und dabei zu wert-vollen Ergebnissen gelangen. Ueber diesbezügliche Untersuchungensoll zu einem späteren Zeitpunkt berichtet werden.
Wiener Kinderglaube.
Ein Beitrag zu» Volksglaube und Volksbrauch in der Großstadt<<.Gesammelt in Ottakring und Hernals( Wien XVI. und XVII.)
von Oberlehrer Leopold Höfer, Wien.
( Fortsetzung)
Flasche, die weit wegfällt beim Sturz, zeigt Einbruch an. In einerlanghalsigen Flasche wird eine Fliege durch Spiritus getötet und damit derTollwutbiẞ bestrichen.
Flaumfeder fliegt auf, da holt uns um Mitternacht ein Geist ins Grab.Wer ein Federl verbläst( oder die» Lichterln< des Löwenzahns), blästden armen Seelen das Fegfeuer aus.
Flecken, rote, im Gesicht; da ist die Mutter erschrocken.( s. Muttermal),Fledermäuse fressen Speck und fliegen in die Haare, das weiß schierjedes Kind.» Man muß die Haare abschneiden, sie kann nicht los«<, erzählenviele Mädchen. Die Buben werfen ihr lieber einen Stein vor, eine Kappeauch oder sie schießen einen Pfitschipfeil, da fliegt sie nach( a). Wer sietötet und das Herz auf der rechten Seite trägt, hat Glück.( v)sie( lebendig) an die Tür nagelt, kommen keine Krankheiten herein; derBauer tuts beim Stall( v).
Wenn man
1) Zur Kritik der Kulturkreislehre. Korrespondenzblatt der deutschenGesellschaft für Anthropologie, Ethnographie und Urgeschichte. XLII. Jahr-gang 1911.