Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde32 (1927) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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32 (1927) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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Fasching, Unvergeßlich bleibt mir die Zuschrift eines Vaters, dessenSohn am Faschingdienstag die Schule versäumte; sie lautete:> WegenFasching! Den langersehnten Aufschluß hiezu gab mir Herr Schulwart Zaun-maier, geboren in Steyr.» Fasching war der allerhöchste Feiertag; Papst Johannhat ihn( um 400 n. Chr.) abgestiftet und die Tage als Lumpentach erklärtund durch das heißt es» Faschingsnarrn. Der Papst ist darauf in drei Tagengestorben und war ganz schwarz.<- Beim Faschingstanz reißt der Bursche,wenn er mit einer geh'n will, ihr ein Haar aus und hängt's über die Achsel, daßihm keine mehr nachrennt.- Wenn man zu Fasching tanzen gehen will,muß man Faschingkrapfen backen, sonst stirbt man. Begraben wirdin Oberweiden und Zellerndorf( N.-Oc.) ein Wurstl, dem geben sie Wein,dann predigen sie und heulen. Faschingkrapfen in der Suun, d'roten Oa in der Stubn( Paasdorf). Wien: Ostereier im Schnee.Zwei Jungen aus der

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Faschings narr hat das ganze Jahr Glück.fünften Volksschulklasse haben sich bei einer Pferdetränke aufgestellt undalle Kutscher gefragt, warum sie und die Pferde so aufgeputzt sind. Meistwar die Antwort: Weil halt Fasching ist«,» daß die Pferde gut ziehen<<,>> daßdas Jahr lustig bleibt«.( Vergl. Peitsche.) Unfreundlich war kein Befragter!!Fasttag. Die Griechen haben 40 Tage nach Ostern keinen; in Wienist der Freitag nach Ostern kein Fasttag. Wer an einem Freiteg übersKanalgitter steigt, kriegt Schläge!

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Faulen, In Kremsier ließ man eine Alte nicht in den Schloßpark. Sierief: Nur bis hieher<< da fing alles andre zu faulen an.

Faust muß man machen von dem ersten Schimmel, bis man einenweißen Hund sieht. Eine drohende Faust erscheint als Todesvorzeichen.Federstiel steckt im Boden eine Stunde später ist Besuch da( Aehnlich A).

Feiertag. Wenn man nicht betet, kommt nachts ein Dieb( Wachau);wenn man näht, wird viel Wäsche zerrissen; Mist führt, da hat Einer um-geschmissen, die Haare waren voll Dr.. und der Mist ist ihm beim Kopfherausgewachsen. Hohe Feiertage ohne rechtzeitiges Fensterputzen:schlechtes Wetter kommt, die Fenster werden eingeschlagen.

Feige in Milch gegen Zahngeschwulst( a).

Feigenwurzn für Zähne( v) Wurzelstock der Schwertlilie, Iris floren-tina L, wegen des Duftes auch» Veilchenwurzel, mit Bocksbart dem Kindum den Hals gegen das schwere Zahnen.)

Feld. Auf dem Feld schützt man sich vorm Blitz, indem man Eisenangreift.

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Fenster. Ihr Klirren bei Sturm und das Klopfen dran( mit Ruten oderFingern) gilt allgemein als todkündend: Zahlreiche Beweise« werden ge-bracht. Aufspringen verkündet einen seltsamen Gast; wenn sie nachts rotsind, ist der Teufel drinnen. Kinder die beim Fenster hinausspringen, Kinderunter einem Jahr, die beim Fenster hinaus- und hereingegeben werden,wachsen nimmer( A). Wenn sie schwitzen, kommt Regen.( v). Wersich in Oedenburg weit hinausbeugt, den holt der Wassermann, Fällt einFlügel ohne Bruch, oder ist die Bruchstelle gerade, ists eine Todesanmel-dung( v). Nach dem Erblicken des Rauchfangkehrers( s. d.) hält man denKnopf, bis man eine zerbrochene Fensterscheibe sieht( A)( auch> dannSchimmel, Heuwagen und wieder einen Rauchfangkehrer<<).Hält mansich im Traum vor einem Fenstersprung zurück( vergl. Gerüster) gehts einemsehr gut.

Ferse fest ansehen, führt zur Feindschaft.steigen heißt, ihm das Heiratsgut abtreten( A).

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Wem auf die Ferse.

Fetzen zu Sylvester auf einen Strick hängen, führt den Tod herbei

( vergl. Wäsche.)