Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde32 (1927) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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32 (1927) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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Donau. Man muß sich nach Ost, West, Nord und Süd beugen, daßman nicht hineinfällt. Von Ertrunkenen gibt der Wassermann das Herz

in ein Glas( v).

Donner. Kommt vom Kegelscheiben des Petrus( A). Der Himmelvatergreint. Gott schimpft, da fahren die Englein umeinand. Die Engel trappelnmit den Holzschuhen. Der Teufel haut seine Frau, da polterts. Wenns

zum erstenmal im Jahr donnert, muß man was Schweres heben, da wird manstark( v). Man muß sein Geldbörsel schütteln. Wenn man mit dem Hirn einDonnerwetter macht( über Holz rumpeln), hört der Donner auf. Steigtman beim Gewitter auf den Türstock, so schlägts ein. Donner im Winter-quartal bringt uns Kälte ohne Zahl.

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Donnerstag ist Fleischtag( A). Am Donnerstag haben sich die reichenLeut ein Gans gekauft.( Der langjährige Schulferialtag heißt auch» Ab-rechnungstag. Um das Jahr 1000 führte die Kirche einen Kampf gegen dieFeier des fünften Wochentags in honorem Jovis«. Grimm, MythologieN. 407.) Donnerstag und Freitag Bettlern was geben bringt Glück.soll die Nägel nicht schneiden, sonst hat man sie lang am Sonntag; die Haarenicht, sonst wachsen sie nimmer.

Man

Doppelhaariger( zwei Sternwirbel auf dem Kopf«) heiratet zweimal,Vom Schreck: er ist verschreckt«.

Doppelhochzeit( zwei Brüder mit zwei Schwestern) soll nicht sein,sonst stirbt eins( v)( in zwei Jahren).

Dorn( oder Disteln) stechen: Da nimmt man einem Verwandten dieLeiden ab.

Dorngekrönter Heiland bringt Unglück.

Drache. Ein Drache hat den Baum im Neuwaldegger Park hohl ge-macht; mit heißem Teer hat man ihn getötet. Es rinnt Drachenblut heraus.( Das rote Harz von Dracaena; der Blutbaum« heißt im Volksmund> Palme<<.Dreck. Hineinsteigen bedeutet im Traum und Wachen Glück( A),besonders barfuß; nach einigen tritt man zwar so einer Katze die Augen aus,nach andern einem Blinden( A), aber man heißt> Goldtreter»; besonders beimDummen wird er zu Gold. Auch die Heilwirkung ist allgemein bekannt.

Drei sterben nach, wenn im Haus Einer stirbt( A). Wenn in einerFamilie drei gestorben sind, stirbt im selben Jahr keins mehr( Hausbrunn,N.-Oe.). Unter drei Tagen bringt der Rauchfangkehrer Glück. Sieht mandrei Klosterschwestern, gibts Schläge; man soll ausspucken( Hauptmittelgegen schlechten Angang)( A). Drei Schritte vor der Tür soll man nichtmehr umkehren. Sind drei beisammen, wovon zwei ein Brautpaar sind,so tuts nicht gut. Wenn bei einem Begräbnis drei nebeneinander gehen,stirbt der mittlere. Drei Raucher, ein Zündholz: stirbt Einer( a).( Weiteressiehe im Index.)

über die heilige Zahl

Dreifaltigkeitssonntag. Wenn es regnet, fangen die Leute dasWasser auf und heben es auf gegen eine gewisse Krankheit. Wenn man esgefrieren läßt, sieht man die Dreifaltigkeit im Eise.( Jettsdorf bei Krems N.-Oe.)

Drei- König. Zu» Heiligen Drei- König wird der Christbaum verbrannt,da räuchert man mit einem Zweig. Man muß das Haus räuchern( a). Weih-rauch in alle Ecken, da fliehen die Hexen davon! Wer die Wohnung mitWeihwasser besprengt und mit geweihter Kreide C+ M+ B über die Türschreibt, hat das ganze Jahr Glück( v). Weihwasser trinken ist gesund( a).Wenn man wissen will, ob die heiligen Drei- Könige da waren, streut man inder Küche spitzige Glasscherben; wenn sie blutig sind, waren sie da. Weram heiligen Drei- Königstage geboren ist, sieht alles Geheime, zum Beispielauf den Bäumen die Toten sitzen( Iglau).

Dreizehn wird nicht geschrieben bei Zimmern, lieber 12 b. Es ist eineUnglückszahl, da stirbt Einer.( A). Dreizehn Herren haben sich aus demGastzimmer einen Vierzehnten geholt, der hat einen Winterrock gestohlen.Unser Weihnachtsbrot hatte den Bäckerzettel dreizehn, da wird nichts draus;

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