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Güterkommunismus fest, wie ihn Jakob Huter, ihrgroßer Tiroler Täuferapostel 1529, beziehungsweise 1533 in Mähreneingerichtet hatte. Nach ihm nannten und nennen sie sich auchheute noch>> die Huterer«.( In Amerika» The Hutterian Brethren«<.)Ihre Höfe in Südmähren waren zu allen Zeiten berühmt durchihre Ordnung, Friedsamkeit, Arbeitsleistung und den durch solcheEigenschaften bedingten Wohlstand. Sie waren die beliebtestenHandwerker und Landwirte der Gegend und erregten dadurch nichtwenig den Neid und Haß der umwohnenden Katholiken. Schon 1546hören wir von einer Ausbreitung ihrer Höfe über die mährischeGrenze hinaus: in Sobotischt in der Slowakei wird in diesemJahr der erste Bruderhof gegründet. ¹)( Vergl. hiezu die Karte Abb. 2.)Als dann gegen Ende des Jahrhunderts auch in Mähren dieIntoleranz zunahm, ziehen viele Brüder den ersten in die Slowakeinach, es mehren sich hier die Höfe und 1588 werden die>> Haus-haben« in Groß- Schützen( Velkí Léváry; Nagy Levar) be-gonnen.2) Nach der Schlacht am Weißen Berge kommen böse Tage.Mähren hat aufgehört, ein Asyl zu sein, und nun wandern fastsämtliche Brüder 1622 nach der Slowakei aus. Es kann hiernicht von all den unsäglichen Leiden der Brüder berichtet werden,von ihrem wunderbaren religiösen Ernste und ihrem unentwegtenFesthalten an der Form des Kommunismus, der eben Ausdruckwahrer Brüderlichkeit sein sollte und nur bei allergrößter Notunter äußerem Drucke kurz verlassen wurde, um sofort nachüberstandener Gefahr wieder aufgenommen zu werden. Darüberhaben uns Josef Beck, J. Loserth und Rudolf Wolkan eindrucks-volle Schilderungen geboten. ³) Selten war in der Menschheits-geschichte religiöser Ernst, Leidensmut und Kulturwille so an-dauernd in einer Gemeinschaft lebendig wie in dieser. Auch inder Slowakei kamen für die Brüder unter Maria Theresia undJosef II. schwere Tage. In den Sechziger- und Siebzigerjahrendes 18. Jahrhunderts wanderten sowohl von hier als auch vonden Niederlassungen in Siebenbürgen Scharen nach Kleinrußlandaus, da sie die zwangsweise Rückführung zum Katholizismusnicht ertragen konnten. 1781 erschien das Toleranzpatent Josef II.,von dem aber die Huterer ausdrücklich ausgeschlossen blieben.
1) Dr. Josef Beck: Die Geschichtsbücher der Wiedertäufer in Oester-reich- Ungarn( F. R. A. 43), 1883, S. 165, A. 4; S. 179, A. 1.
2) Ebenda S. 302 und Anm. An beiden Stellen nähere Angaben überdie genannten Orte.
a) Beck... s. Anm. 3. J. Loserth hat in zahlreichen Abbhandlungendie Geschichte der Wiedertäufer geschildert, besonders» Der Kommunismusder Mähr. Wiedertäufer...«. Arch. f. öst. Geschichte, Bd. 81, 1895, S. 135bis 322.( Auf Grund der nachgelassenen Notizen Becks.)
Hofrat Dr. Rud. Wolkan: Die Huterer. 1918.( Privatdruck der WienerBibliophilen- Gesellschaft IX.)
Derselbe:» Geschichtsbuch der Hutterischen Brüder«, hg. im Auftragder Brüder in Canada. 1923, Wien( Carl Fromme). das grundlegendeQuellwerk bis 1665.