Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde32 (1927) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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32 (1927) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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lichkeit dafür verantwortlich, daß hier ehestens Abhilfe geschaffen werde. DieVereinsleitung vertritt nach wie vor mit dem größten Nachdruck die demHerrn Bürgermeister Karl Seitz in persönlicher Vorsprache vorgelegteBitte, durch die Gewährung einer entsprechenden außerordentlichen Subvention( im Betrage von 10.000 Schilling) die nach sorgfältigen Plänen und Berechnungender Sachverständigen des städtischen Bauamtes als zweckmäßigst befundenetemporäre und lokale Gasheizung im Museum für Volkskunde ehestens durch-führen zu können.

Ein weiterer Mißstand, der weder mit der Würde eines wissenschaft-lichen Bildungsinstitutes noch mit dem Ansehen eines städtischen Gebäudesvereinbar scheint, ist der gänzlich verwahrloste und schadhafte Zustand derGebäudefassade, die längst einer gründlichen Renovierung bedarf. Die zahl-reichen fremden Besucher aus aller Herren Länder, die unser Museum besich-tigen, sind nicht wenig erstaunf, die künstlerisch sehr bemerkenswerte Fassadeeines Hauses der Wissenschaft fast im Zustand des Verfalles zu finden. DaVorstellungen beim städtischen Bauamt bisher nicht den Erfolg hatten, hierAbhilfe zu schaffen, bleibt der Vereinsleitung nur der Appell an die Oeffent-lichkeit übrig, die übrigens durch die Presse den gerügten Miẞstand schon zuwiederholten Malen besprochen und getadelt hat,

Dank reichlicherer für die Sammlungsvermehrung uns zugeflossenerSpenden einsichtsvoller Museumsfreunde, wir nennen mit wärmstem Dank dieHerren W. Ofenheim, Kommerzialrat Oskar Trebitsch, KommerzialratErnst Pollack, Dr. Alfons Rothschild, S. Wolf, Stephan Mautner,den Verein der Banken und Bankiers, sowie Frau GräfinN. Berchtold, und besonders auch dank der hochsinnigen Unter-stützung durch den Verein der Museumsfreunde und seinesPräsidenten Dr. F. Oppenheimer war es der Museumsleitung möglich, imBerichtsjahr ihrer Pflicht der Ergänzung der Sammlungen und damit derBergung erhaltungswürdiger Volksgüter und Volkskunstwerke wenigstens beiden dringendsten sich darbietenden Gelegenheiten nachzukommen. Es sindsolchermaßen eine bedeutende keramische Sammlung aus dem Nachlaß eineshervorragenden Wiener Sammlers, eine volkskundliche Kollektion aus demGasteiner Tal, einige Kärntner Volkstrachten, das Ergebnis der Aufsammlungdes Herrn Hofrates Dr. Prettenhofer in Sardinien, sowie eine Reihe vereinzelterObjekte ankaufsweise erworben worden; als Geschenk oder durch Tauschgelangte die Sammlung in den Besitz einer Reihe wertvoller balkanischerStickereien, einer Kollektion volkstümlicher Wachsbossierungen als Geschenkdes Herrn Regierungsrates Michael Powolny sowie einer volkskundlichenSammlung aus Südmähren aus dem Nachlaß unseres verstorbenen MitgliedesBenjamin Kroboth, von dessen Witwe gewidmet. Der gesamte Sammlungs-zuwachs betrug 263 Nummern.

Auch die Neuerwerbungen der Museumsbibliothek, die unter der um-sichtigen und eifrigen Verwaltung der Bibliothekarin Dr. Adelgard Perkmannsteht, hielten sich auf einer bemerkenswerten Höhe; der Zuwachs belief sichauf 177 Nummern, darunter 11 neue( von jetzt an fortlaufende) Fachzeit-schriften, und zwar 8 deutsche, 1 italienische, 1 jugoslawische, 1 schwedische.Unter den neuen Bibliothekswerken sind 10 große, reich illustrierte Publi-