Library / Self-PublishedÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde32 (1927) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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32 (1927) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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über die damals in Fluß geratene wissenschaftliche Streitfrage unter demSchlagwort: Mundartforschung und Volkskunde vor ein Forumgebracht wurde, das zum allergrößten Teil aus jungen Studenten undauch sonst zumeist aus Zuhörern bestand, die mit der Volkskunde keinerleiBerührung haben. Wenn ich als Herausgeber der» Wiener Zeitschrift fürVolkskunde<< überdies von Dr. Pfalz in Zusammenhang mit seinen Angriffenauf den Dilettantismus gebracht worden bin, so war dies für jeden Gerecht-denkenden von vornherein eine verletzende Sache für den Unterzeichneten.

Nun aber zur Sache, das ist dem Inhalt vorstehender» Erklärung«<:Was die an ihren Anfang gestellte Feststellung betrifft, daß Dr. Pfalzzu seinem Vortrag durch eine gegen ihn gerichtete Polemik des HerrnDr. Arthur Haberlandt veranlaßt war, so ergibt sich aus dem zitierten» Monats-blatt des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich«, Jänner 1926, ohne-weiters, daß Dr. Pfalz es war, der die Diskussion ausgelöst hat, und zwardurch seine spontane Polemik gegen den von Prof. Arthur Haberlandt am7. November 1925 gehaltenen Vortrag» Das fränkische Haus in Niederöster-reich, den er selbst gar nicht gehört hatte und nur aus dem Auszug( Monats-blatt des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich«, Dezember 1925).kennen lernte. Es sei dem Urteil jedes Unbefangenen anheimgestellt, zubeurteilen, ob die darauf gefolgte Replik des Dr. Arthur Haberlandt vonsolcher Art war, daß sie Dr. Pfalz zur» Abwehr in der geschehenen Form> vollauf berechtigte«. Einer Richtigstellung und überhaupt einer Klärung derganzen Frage von dem sprachlichen Charakter der niederösterreichischenUi- Mundart wurde von unserer Seite gewiß nichts in den Weg gelegt, diesesogar als längst notwendig angedeutet. Der Unterzeichnete selbst hat schonim Jahre 1920 einer den Dachler'schen Aufstellungen entgegentretendenAbhandlung von Dr. Heinrich Weigl:» Die niederösterreichische Ui- Mundart,ihre Abstammung und Verwandtschaft«, bereitwillig die Spalten der von ihmgeleiteten» Wiener Zeitschrift für Volkskunde< geöffnet( XXVII, S. 70 ff.).

Wenn die» Erklärung« weiterhin besagt,» Dr. Pfalz habe auch nicht dieMeinung vertreten, nur der Germanist könne in wissenschaftlichem Sinne Volks-kunde betreiben«, so werde ich in meiner Erinnerung, daß diese Aeußerungtatsächlich gefallen ist und daß sie nur die Schlußfolgerung aus seinen gegenden» Dilettantismus« von Forschern wie A. Dachler und Dr. Eugen Frischaufgerichteten Angriffen bildete, abgesehen von der mir von anderer Seite hergewordenen Bestätigung, dadurch bestärkt, daß ich in meiner schon vorhinerwähnten unmittelbar auf den Vortrag erfolgten Zurückweisung ausdrücklichdarauf verwies, daß gerade die Wiener Germanisten in auffälligster Weisesich von der Pflege der Volkskunde ferngehalten hätten, was von HerrnProf. Dr. Rudolf Much selbst sofort mit Bedauern zugegeben worden ist.

Wenn Pfalz gegen den Dilettantismus in der Volkskunde scharf Stellungnahm, so war dies sachlich gewiß gerechtfertigt, wie die Erklärung besagt;aber zur Exemplifikation hiefür zwei verdiente und bewährte Feld- und Quellen-forscher der Volkskunde wie Anton Dachler und Dr. Eugen Frischauf heranzu-ziehen, welch letzterem zumal auch in sprachlichen und mundartlichen DingenHeinrich Weigl ausdrücklich die Anerkennung ausspricht und als Quellen-forscher gefolgt ist, erscheint als durchaus ungewöhnlicher und nicht ohneWiderspruch hinzunehmender Vorgang. Der volkskundlich bewanderte Leser