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der Germanist könne in wissenschaftlichem Sinne Volkskunde betreiben.Er hat vielmehr an der Hand von Beispielen gezeigt, daß sprachgeschichtliche,historische und geographische Kenntnisse auf dem Gebiet der volkskundlichenForschung unbedingt nötig sind. Wenn Dr. Pfalz die Unhaltbarkeit der gegenihn von Dr. A. Haberlandt angeführten sprachgeschichtlichen Argumente nach-wies, wenn er gegen den Dilettantismus scharf Stellung nahm und für diewissenschaftlichen Leistungen Dr. Heinrich Weigls energisch eintrat, so wardies alles sachlich gerechtfertigt.
Wien, Jänner 1927.
Univ. Prof. Dr. Wilhelm CzermakDr. Herbert Mitscha- Märheim
Dr. W. SteinhauserProf. Dr. Dietrich Kralik
Univ. Prof. Dr. Rudolf MuchProf. Dr. Oswald MenghinDozent Dr. L. FranzProf. Dr. Karl Ettmayer
Univ. Prof. Dr. C. Patsch
Erwiderung auf vorstehende Erklärung.
Ich möchte zur Beurteilung der vorstehend abgedruckten» Erklärung«vor allem feststellen, daß dieselbe reichlich spät kommt( vier Monate nachErscheinen des Septemberheftes, in welchem mein Aufsatz abgedruckt undden Herren Unterzeichnern durch Uebersendung von Sonderabdrücken be-kannt wurde) und fast ein volles Jahr nach Abhaltung des Vortrages vonProf. Dr. A. Pfalz, mit dem sie sich beschäftigt. Es kann daher nicht wunder-nehmen, wenn sich die darin zum Wort kommenden Eindrücke der HerrenUnterzeichner nicht in allen Punkten mit dem tatsächlichen Sachverhalt inEinklang befinden, wie er sich nach meinem unmittelbaren Eindruck undnach meiner seitherigen Erinnerung sowie auch derjenigen einer Reihe andererZuhörer darstellt. Ich habe auch, wie den Herren Unterzeichneten wohl er-innerlich, sofort nach Anhören des Vortrages, der mir und anderen mehr denEindruck eines Mensurganges als den einer wissenschaftlichen Auseinander-setzung des Germanisten mit dem Vertreter der Volkskunde machen mußte,in der entschiedensten Weise sowohl gegen die von Dr. Pfalz beliebte Form ¹)wie insbesonders gegen die der Volkskunde und ihrem Betrieb im Kreisedes Wiener Vereines und Museums geltenden Angriffe Verwahrung eingelegt,worauf der Vortragende jede Antwort schuldig geblieben ist, wie er auch alsder Beteiligte sich nicht gegen die Ausführungen in meinem zitierten Aufsatzzu wenden in der Lage war.
Noch möchte ich bemerken, daß wir Vertreter der Volkskunde es alsganz und gar des Ortes fehl empfinden mußten, daß die Auseinandersetzung
1) Eine derartige Art der Polemik ist freilich bei Herrn Dr. A. Pfalzauch auf seinem eigensten Gebiet nichts Neues, wie die Abwehr beweist, dieer im Vorjahre von Seite des Führers der deutschen Mundartforschung,Prof. Ferdinand Wrede, auf seine Angriffe erfahren hat( Teuthonista 1925/26,Heft 1, S. 22):» Pfalz ist unter meinen drei Gegnern der einzige Germanist undDialektforscher, um so mehr bedaure ich seinen Aufsatz und insbesonderedie persönliche Animosität, die ihn durchzieht und deren Grund mir uner-findlich ist<<. Auch Privatdozent Dr. K. Wagner( Marburg) lehnt es ab, mitA. Pfalz in einer anderen Frage die Diskussion aufzunehmen, weil der vonihm aus nicht erkennbaren Gründen angeschlagene Ton eine sachliche Aus-einandersetzung aussichtslos erscheinen ließe«( Teuthonista a. a. O., S. 31 f.).