9
-
in der Nähe seiner Residenz Weißenburg( das heutige Karlsburg)an.>> In dem 1621 jar den 1 tag Aprillis heißt es in ihrerChronik¹) ist der Bruder Frantz Walter, ein Diener des Worts,Conrad Hirtzl Haussvatter, und mit inen noch bej 183 personen,Brueder, schwestern, kinder aus dem Ungarlandt, von Schachtitzerund Echtelnitzer Herrschaft, dahin sie vor der grossen un-menschlichen Tyrannei des kaiserlichen volks geflohen waren,durch des Gabriel Bethlen Sübenburgischen Fürsten gewalt innsLandt Sübenburgen gefuert worden<<. Ihnen folgten bald andere.Im Oktober 1622 ist» das maiste... volcks auss zwajn hauss-halten Majkowitz und Ollechkowitz sampt drejen Bruedern desworts Michl Kocher, Thoman Wilhelm und Albrecht Grob in saerbösen wetter zu den unsrigen in Sibenburgen gezogen«. Undnachdem am 12. Januar 1623 Albrecht Seyl in Alvincz gestorbenwar, wurde» Bruder Josef Nagello zu ainem Eltesten in Siben-burgen geordnet, welcher 18. II. 1623 sampt etlichen personenvon Sobotich seinen abscheid genommen«.
Der siebenbürgische Landtagsartikel XXIII vom Jahre 1622sicherte den» Uj keresztyének«( Neuchristen) in Alvincz undihren Nachkommen volle Freiheit zur Betreibung ihrer Gewerbe,Religionsfreiheit und Steuerfreiheit zu. Fürst Bethlen vergabteihnen ein adeliges Gut, wogegen sie die Erzeugnisse ihrer Kunst-fertigkeit dem Fürsten und seinen Nachfolgern zum halben Preiseüberlassen mußten. Ihren Ruf als vorzügliche Handwerker recht-fertigte der siebenbürgische Landtagsartikel vom 24. Oktober 1627,der hervorhob, daß die Anabaptisten der Kunst zu großem Nutzengereichten und in ihren Produkten die anderen Meister und Hand-werker des Landes überträfen. Gegen ihre Konkurrenz suchten sichdie Siebenbürger Sachsen durch einen eigenen Landtagsbeschlußzu schützen( 1631), der den Winzer Anabaptisten verbot, ihreErzeugnisse auf Sachsenboden, selbst auf den Jahrmärkten nicht,feilzubieten. In der Folge taten sie sich besonders als Töpferund Krügler hervor. Eine Kunstfertigkeit, die sie von ihrenfrüheren Wohnsitzen, dem mährisch- westungarischen Grenzgebietmitgebracht hatten, wo die Erzeugnisse dieser» Habaner« einenhohen Grad der Vollkommenheit erreichten.
Die Winzer Anabaptisten blieben mit ihren Glaubensgenossenin ständiger Fühlung.
Johann Tröster) hebt schon 1666 hervor, daß» im StädtleinWintz lauter Wiedertäufer wohnen, so künstliche Porcellanen,Messer, Krüge u. d. machen«. Johann Seifert³) schreibt 1783, daß
1) Handschrift in der Battyanyischen Bibliothek in Karlsburg, Nr. 11/122.» Ein klein grundlichs denckh- Bichlein darinnen begriffen und angezeigt wirt,was sich seit dem 1524-1642 jar mit den rechtgläubigen und frommenMenschen hat zuegetragen.<<2) Johannes Tröster:» Das Alt- und Neu- Teutsche Dacia«, Nürnberg 1666,3) Ungarisches Magazin III. Band, Pressburg 1783. S. 219.
S. 436.