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ragenden Teil des Durchzuges. Gerade unter diesem steht aufder Bank der» Dågl«<, eine massige Holzbüste von zirka 30 cmHöhe, die in roher Arbeit den Kopf und den oberen Brustteileiner weiblichen Figur zeigt.
Auf diese schwebende, also leicht bewegliche Stange muẞsich nun ein Bursche rittlings setzen; er darf aber die Füße nichtauf dem Boden stehen lassen, sondern muß sie vor sich über derStange kreuzen, so daß er ganz frei der Länge nach auf derStange sitzt. Hiebei kann er sich mit beiden Händen auf einenStab stützen, den er nach der einen Seite auf die Erde stemmt.Ist es ihm nach vielen vergeblichen Versuchen mit Müh' und Notgelungen, diesen etwas gefährlichen Sitz zu behaupten, tritt einBursche aus der Mitte der Zuschauer zu ihm hin und fragt ihn:>> Wo gehst hin?<<
Der sitzende Bursche antwortet:
» Aufs Feld aussi!<<
Hiebei muẞ er den stützenden Stab von der einen auf dieandere Seite stemmen; nur schwer gelingt es, hiebei den Sitz zubehalten, da das ganze Gebäu ins Wackeln kommt.
Der andere fragt weiter:
>> Was tuast drauẞt?<<
Antwort:» Dåglschiaẞ'n<<.
Wieder muß mit dem Stabe die Seite gewechselt werden;ist dies gelungen, sagt der erste Bursch:
» So schiaẞ!<<
Der Sitzende muß nun den Dågl von der Bank mit demStab, auf den er sich bisher gestützt hat, herunterschlagen.
Nur in den seltensten Fällen gelingt dies wirklich, was demSieger reichen Beifall der Zuschauer einträgt.
Als ich den Erzähler fragte, was» Dågl« eigentlich bedeute,meinte er, es heiße eigentlich» Dohle«, konnte aber nicht angeben,in welcher Beziehung dieser harmlose Vogel zu dem Spiele stehe.
Nun ist allerdings im steirischen Wörterbuche von Unger-Khull als Mundartausdruck für Krähe oder Dohle» Dahe, Dacheoder Tachn« angeführt, was ziemlich ähnlich klingt und zu dieserErklärung führen könnte. Ich glaube aber, daß in dem Versuche,Dåg mit Dohle zu identifizieren, eine Volksetymologie liegt; ichbin der Ansicht, daß Dågl mit der in der Gegend von Nieder-österreich und Steiermark üblichen Bezeichnung» Docke oderTocke« für» Puppe« zusammenhängt und möchte dies im folgendenbegründen:
Im IV./V. Heft des XXXI. Jahrganges der Wiener Zeitschriftfür Volkskunde( 1926) ist ein sehr interessanter Artikel vonDr. Alfred Webinger( Graz) über den» Tåttermann« erschienen,der in Anlehnung an Grimm's Mythologie ausdrücklich auf diesenWortzusammenhang hinweist. Es würde sich also hier um einenGeist handeln, der im hölzernen Dågl verkörpert ist. Die Figurdürfte übrigens, der Form nach zu schließen, früher als Hauben-