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Das Dåglschiaẞ'n.
Ein Volksspiel aus der buckligen Welt und dem Jogellande.
Von Dr. Georg Kotek, Wien.
Im November 1926 machte eine kleine Gruppe von Mit-gliedern des Deutschen Volksgesangvereines in Wien unter meinerFührung eine Fahrt nach Hochneukirchen in der buckligen Welt,in eine Ortschaft östlich von Aspang, weitab vom Verkehr in demWinkel gelegen, wo Niederösterreich, Steiermark und das Burgen-land zusammenstoßen.
Herr Ministerialrat Ing. Witt vom Bundesministerium fürUnterricht hatte vor, eine kleine volksbildnerische Tagung für dieLehrerschaft der Gegend abzuhalten; hiezu lud er auch uns einund regte eine volkskundliche Untersuchung der Gegend an.
Wir hatten Gelegenheit, eine große Zahl von teilweise sehralten Volksliedern aufzuzeichnen; der Lage entsprechend, warendie Einflüsse der Grenze unverkennbar.
Die Hochzeitsbräuche, die wir ebenfalls kennen lernten,decken sich so ziemlich mit denen, wie sie in der Oststeiermarküblich sind. P. K. Rosegger gibt hievon ein anschauliches Bildin seinem» Volksleben in Steiermark«; ähnliche Bräuche schildertErnst Hamza im Jahrbuche 1913 des D. u. Oe. Alpen- Vereinesaus dem Wechselgebiete( Feistritz). Eine Szene war hiebeibesonders eigenartig, das Erscheinen der sogenannten» Maschkera<<,vermummter Burschen und Mädchen, die nach launiger Wechsel-rede, wobei sie vom Brautführer über ihre» Aufweisung«( Paß)befragt werden, einen Tanz aufführen.
Zweifellos bietet dieses Gebiet noch eine Fülle von Volks-liedern und Bräuchen; wir werden versuchen, die Umgebungplanmäßig zu bereisen, um festzuhalten, was sich bietet, solangedie alte Generation noch am Leben ist; die jüngeren Leute stehendem alten Wesen nicht mehr so nahe, allerdings mit einigen Aus-nahmen.
Besonderes Interesse erweckte bei uns die Mitteilung desOrganisten der dortigen Kirche, eines einfachen, aber sehr begabtenHandwerkers, namens Kuntner, über ein Volksspiel, das in derGegend gegen die Oststeiermark zu noch vor nicht zu langer Zeitüblich war. Er nannte es das» Dågl- Schiaẞ'n« und behauptete,es öfters angetroffen zu haben, als er vor ungefähr zwanzig Jahrenals junger Handwerksbursche wanderte.
Seiner Schilderung nach spielte sich die Sache folgender-maßen ab:
An dem Ende des» Durchzug's«, das ist des schwerenStammes, der in der Mitte der Stube die Decke trägt und einStück durch die Holzwand hinaus ins Freie ragt, ist ein Seilbefestigt, das knapp ober der Erde endigt. An demselben ist daseine Ende einer Stange angebunden, deren anderes auf der Haus-bank aufliegt. Die Bank steht längs der Wand unter dem heraus-