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des Tragenden sich ergeben. Der Brauch wird von der Beruf-gruppe des Betreffenden gehandhabt, wobei sie als Lösegeld einenTrunk beansprucht. Dies aber erkennen wir klärlich als einenAltersklassen- beziehungsweise Mannbarkeitsritus an, dessencharakteristische Einordnung auf dem Lebenswege des angehendenEhemannes auch den Sinn anderer Bräuche mit zu bestimmengestattet.
Das Heben und Tragen eines schweren Gegenstandesist eine typische Kraftprobe für den mannbar werdenden jungenMann und als solche weit verbreitet. Wir finden Belege dafürim skandinavischen Norden wie auch in Deutschland, wo dasHeben eines Sackes Korn von bestimmtem Gewicht an Stelleeines meist ursprünglich dazu bestimmten Steines getreten ist;bei den Slowenen im Ostalpengebiet( Obernburg) hat sich aberauch noch ein solcher 150 Pfund schwerer Stein erhalten. DerBursche muẞte hieran zuerst seine Kraft erproben, ehe ihn seineälteren Kameraden als ebenbürtig betrachteten.¹)
Dagegen ist im Bereich des katholischen Süddeutschlandeinschließlich des deutschen Alpengebietes der Brauch anscheinendso gut wie zur Gänze verkirchlicht worden, in Form des Lienl-Hebens und Würdingertragens, wobei derlei kultischer Zuordnungschon durch altgermanische Kultübung( Preyr- Kult) vorgebautgewesen seim mag. Ein besonders charakteristischer Würdingerist der von R. Andree seinerzeit in dieser Zeitschrift( VIII, S. 153 f.)beschriebene» Eiserne Mann von Villach«. Beim Heben desselbengeht hier wie andernorts ein im Stillen ausgesprochener Wunschin Erfüllung. R. Andree nennt als das charakteristische Beispieleines solchen den Wunsch nach baldiger Ehe; er hat es sich aberleider entgehen lassen, den hier glücklich angeknüpften Padenweiter zu spinnen. Der Wunsch wird nur begreiflich, wenn wirdies Tragen als Mannbarkeitsritus und somit als herkömmlicheVoraussetzung für die Ehefähigkeit ansehen. Bestätigt wird dieseAuffassung durch die Einbeziehung des Hebens und Tragensschwerer Gegenstände in den Hochzeitsbrauch selber.
In Claybrook( England) wurde von jungen Leuten bisweilenzu Fuß um den Brautkuchen gekämpft( anstatt eines Wettreitens)>> und dann geschah es mit schweren Eisenstangen, eine Athleten-manier, welche, throwing the quintal'( Zentnerwerfen) genanntwurde«.» In Schottland fand am zweiten Tag nach der Hochzeitein, creeling( Körben) statt, das heißt es wurden Steine in einenkleinen Korb, creel' getan, welchen die jungen Männer der Reihenach nehmen mußten. Beschwert mit dieser Last ließen sie sichvon den jungen Mädchen jagen und haschen, das letztere wohlnicht zu ungern, da es ihnen das Vorrecht gab, die Fängerin zuküssen«.( Also auch hier eine verfeinerte letzte Beziehung zu der
1) S. Erixon: Ynglingalaget-» Fataburen« 1921, S. 107- R. Andree,Braunschweiger Volkskunde S. 237.- Die öst.- ung. Monarchie in W. u. B.( Steiermark) S. 214.