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Jahresbericht
des Vereines und Museums für Volkskunde 1925.
von
Mit der fortschreitenden Erstarkung des heimat- und volkskundlichenInteresses in unserer Bevölkerung zeigt sich erfreulicherweise auch von Jahrzu Jahr ein weiterer bemerkenswerter Fortschritt in den Verhältnissen undErfolgen unseres Vereines und seines Museums, die, nunmehr volle dreißigJahre ihres arbeitsreichen und mit ungewöhnlichen Erfolgen belohnten Bestandeshinter sich haben. Die im Frühjahr 1925 zur Gänze durchgeführte Neu-gestaltung der Vereinsorganisation, derzufolge die Obsorge für die Erhaltungund Weiterentwicklung des Museums für Volkskunde in gleichem Maßeder Bundesverwaltung und der Stadt Wien wie vomVerein für Volkskunde zu tragen ist, konnte sich in der verhältnis-mäßig sehr kurzen Zeit seit ihrer Verwirklichung naturgemäß vorerst nur inbeschränktem Maße auswirken, hat aber doch in manchem Belangen eineühlbare Entspannung der vielfach recht kritischen Lage des Institutes mitSich gebracht. Die Vereinsleitung fühlt sich angenehm verpflichtet, den beidenHerren Vertretern des Ministeriums für Unterricht im neu gebildetenMuseumsausschuẞ Ministerialräten Dr. L. Petrin und ProfessorDr. H. Tietze, wie gleicherweise den Herren Vertretern der Stadt WienPräsident des Stadtschulrates Otto Glöckel und Prof. Dr. E. Zellwekersowie Herrn Ausschußrat Kammerrat Hermann Kand1 den wärmsten Dankfür ihre von voller Einsicht und stetem Wohlwollen getragene Mühewaltungauszusprechen. Angesichts der geradezu verhängnisvollen Gebundenheit derstaatlichen Mittel war die allerdings keineswegs ausreichende Erhöhung derBundessubvention für die Personallasten des Museums immerhin sehr dankens-wert; desgleichen hat die Stadt Wien nicht nur durch eine Erhöhung derbisher gewährten Subvention, sondern besonders auch durch bauliche Her-richtungen am Museumsgebäude sowie durch Beschaffung von besseren Heiz-möglichkeiten ihr dankenswertes Interesse für die Museumszwecke an denTag gelegt. Besonders aber hat die Wiener Kammer für Handel, Gewerbeund Industrie dank der hochsinnigen Initiative des Herrn KammerratesHermann Kandl als Obmann des Unterrichtsausschusses der Kammer durchdie Widmung einer bedeutenden Spende aus Anlaß des dreißigjährigenVereinsbestandes sowie mit der Gewährung einer namhaften Jahressubventiondie finanzielle Lage des Museums wenigstens vorläufig in einem Ausmaßegesichert, das die dringendsten Erfordernisse, namentlich für die Besserstellungdes Personals, sowie die durchgängige Konservierung der Museumssammlungenund den Ausbau der Vortrags- und Führungstätigkeit zu bestreiten ermöglichte.
Aus Anlaß des dreißigjährigen Vereinsbestandes sind uns auch vonverschiedenen Gönnern und Freunden sehr willkommene Spenden für dieMuseumszwecke zugekommen. Es widmeten je S 100: Dr. A. Rothschild,M. Gutmann, W. Ofenheim, O. Trebitsch, S. Wolf, Gräfin Nandine Berchtold,Vereinigung der Antiquitätenhändler; je S 50: Kommerzialrat E. Pollack,R. Drasche, Generaldirektor R. Hammer; Donau- Dampfschiffahrts- GesellschaftS 40, Frau M. Landesberger S 30, R. Gallois S 20. Der Verein der Bankenund Bankiers überwies S 200.