Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde31 (1926) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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31 (1926) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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Gegenwart und Vergangenheit, erläutert der Verfasser den ursprünglichzaubrischen oder religiösen Sinn mancher, nunmehr als reine Belustigungempfundenen Handlungen( zum Beispiel der Fastnachtbräuche). Die ihnenzugrunde liegenden, über die ganze Erde verbreiteten Anschauungen lassensich auf bestimmte Grundformen des religiösen Denkens und Fühlens zurück-führen. So hebt sich das anmutige Büchlein über das Niveau isolierenderEinzelbetrachtung hinaus.Dr. A d. Perkmann.

Ignaz Kaup: Süddeutsches Germanentum und Leibes-zucht der Jugend. Verlag der Gesundheitswacht, München 1925.

Dem stark fatalistischen und äußerlichen Rassenrationalismus, wie erleider in den neuesten anthropologischen Arbeiten volkstümlicher Richtungvertreten wird, bietet das vorzüglich geschriebene Buch Ignaz Kaups indankenswertester Weise einen Widerpart, der nicht den an sich gesundenTrieb nach rassenhygienischer Erkenntnis bekämpft, sondern im Gegenteilseine Betätigung im individuellen Leben zu steigern und wissenschaftlich zuvertiefen bemüht ist. Der Mensch lebt nicht bloß für die Zukunft und nebenseinem Keimplasma, sondern auch für sich und sein Volk. Ignaz Kauphat in der Erkenntnis des» Deutschen Antlitzes eine jedem ernsthaft geschultenAnthropologen untersuchungstechnisch bekannte Erscheinung ans Licht gestellt,an der der Rassen- und Völkerpsychologe auch erkenntnismäßig nicht achtlosvorübergehen darf. Auch das Problem der individuellen und geselligen körper-lichen Ertüchtigung ist, von prächtigen Turnerbildern unterstützt, volkstümlichund lebensfrisch gestaltet. Die Einführung in die anthropologische Problem-stellung ist wissenschaftlich einwandfrei.A. Haberlandt.

Albert Becker: Pfälzer Volkskunde.( Volkskunde RheinischerLandschaften, herausgegeben von A. Wrede) Verlag Kurt Schroeder. Bonn 1925.

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» Eigenart<< der Pfalz als Teil deutschen Landes und Volkes schwer zuumschreiben- die Eigenart der Pfälzer ist seit W. H. Riehl unvergänglich ge-prägt diesen Gegensatz bringt A. Beckers Buch zur glücklichsten Lösung.Es ist ein persönliches Werk, und dies hält die Fülle von Einzelheiten zu-sammen, die von dem Volkstum dieser Landschaft Zeugnis ablegen sollen,ohne ihr allein eigen zu sein. Mit Recht hält Becker an topographischenUnterschieden in der Volkskultur fest und hütet sich vor Verallgemeinerungen,so im Siedlungswesen, im Hausbau, der Tracht. Dem nun schon Land umLand stereotyp geschilderten Ablauf von Sitte und Brauch gewinnt er dankens-werte geschichtliche Vertiefung ab, so dem Gebrauch des Weihnachtsgrünsund Lichterbaumes. Auch das Wirtschaftsleben ist mit den Augen des Historikersgesehen. Der Oesterreicher gewinnt zum erstenmal Vergleichspunkte für denWeinbau und wird sich auch sonst einer gewissen Wesensverwandtschaftzwischen Ost und West erfreuen.A. Haberlandt.

F. R. Uebe: Deutsche Bauernmöbel, Bibliothek für Kunst-und Antiquitätensammler. Bd. 23.( R. C. Schmidt& Co.) Berlin 1924.

Das vorliegende Buch wird auch der österreichische Forscher gern zurHand nehmen, ist es doch die erste größere Darstellung der Bauernmöbelauf deutschem Boden. Der Verfasser hat österreichische Beispiele( meist ausdem Wiener Museum für Volkskunde) ausgiebig mit herangezogen und gliedert