Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde31 (1926) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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31 (1926) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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Legende erwähnt, soweit die Karte ihre alte Bodenständigkeitvertritt und sofern unsere Hausbildungen sie tatsächlich als offeneoder geschlossene Räume in bedeutungsvoller Art erhalten zeigen( 25),( 32). Davon ausgeschlossen sind bloße Laubengänge( Nieder-und Hochlauben). Es handelt sich also um den von R. Henningaufgestellten Typus des einzelligen Hauses mit Giebellaube( Vor-hallenhaus), der besonders auch in der südlichen Schweizwirksam in Erscheinung getreten ist. 8

Die Vaterschaft dieses Typus muß allerdings auch für andereGebiete im Auge behalten werden. Hinweise darauf bietet dasWort» obsen« als Vorhalle der Kirchen im Bairischen,>> Labn<<in Tirol, Vorarlberg und der Schweiz, ferner der Gebrauch desWortes Laube für den Hausflur auch im fränkischen Hausgebietin Niederösterreich und im Burgenland, ebenso bei den Sieben-bürger Deutschen( Moselfranken) noch in der niederdeutschenLautung leef, leif. Zusammen mit Nachrichten bei Plinius, dervon einem» vestibulum« in Friesland spricht, führt dies auf einfrüheres Vorhandensein einer Vorhalle auch im Heimatgebiet derfränkischen Hausform."

Nicht berücksichtigt ist auf der Karte der sogenannte ge-stelzte oder Stockbau, in Württemberg einerseits gegen denSchwarzwald hin, andererseits bis ins Allgäu, ferner in Nord-schwaben und im Spessart verbreitet. Es hat manches für sich,namentlich den Pfeilerstuhl des Schwarzwaldhauses an alte Pfahl-hauskonstruktionen anzuknüpfen, es mag bei der Ausbildung inder Ebene aber auch der fertige romanische Stockbau eingewirkthaben, wie dies auch in Frankreich und den Alpen manchenortsder Fall war. Die Wirtschaftsräume( Preßhaus, Stall) im Unterbauder Häuser im ebenen Gebiet sind in der Regel nämlich mittelsGewölbkonstruktion in Mauerbau aufgeführt. 10

B. Innenteilung.

Die Innenteilung der Häuser ist in bemerkenswertem Maßevon der Bauart abhängig. Die Hausflur liegt zusamt dem Eingangbei den Säulenhäusern je nach der geraden oder ungeraden Zahlder Säulenreihen an der Giebel- oder der Langseite und auch dieZwischenwände richten sich ursprünglich nach der Anordnung derSäulen. Beim Blockbau ist die Einteilung zunächst von denMaßen des Langholzes bedingt. Primär erscheint er als Einheits-haus mit Giebeleingang für Mensch und Tier, das in den Alpen-siedlungen und Maiensässen der Ostschweiz, Nordtirols und Salz-burgs hin und wieder noch erkennbar ist.

Am geringsten scheinen solche konstruktive Bindungen demmitteldeutschen Fachwerkbau aufgeprägt. Es handelt sich hierum einen alten Wohnstallbau, der sogar mit bloß oberflächlicherUnterteilung für Mensch und Tier in Westeuropa noch strecken-weise sich erhalten hat. 11