Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde30 (1925) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
Jahrgang 
30 (1925) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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ham 2, 13, St. Georgen 2, 8 Niederösterreich, Alhartsberg 5, 22, Bock-fließ 3, 17, Deutsch- Wagram 4, 3, Dobersberg 5, 54, Loosdorf 1,6 Burgen-land, Oberschützen 3, 38, Neckenmarkt 5, 49 Kärnten, Bierbaum 3, 12Krain, Gottschee 2, 25- Tirol, Imst 3, 3 Meran 3, 7, Sieben Gemeinden 5, 59.Beiträge zur Kunde der bairisch- österreichischen Mundarten, 1. Heftvon A. Pfalz, 2. Heft von W. Steinhauser, Wien 1919, 1922.

Im März 1925 wurde das 2. Heft des 1. Jahrganges der ZeitschriftTeuthonista( Bonn und Leipzig, Verlag Kurt Schröder) als österreichischesSonderheft herausgegeben, es enthält drei wichtige Aufsätze:

H. Weigl, Die niederösterreichische ui- Mundart.

A. Haasbauer, Die oberösterreichischen Mundarten.

J. Mindl, Der Konjunktiv in der Mundart des oberen Landls( der südwest-liche Teil des Hausruckviertels in Oberösterreich).

Bairisch- österreichisch nennt man die Mundart im Südosten des deutschenSprachgebietes, soweit sie mit dem germanischen Stamme der Baiern, zu-sammengebracht wird. Die kurze Bezeichnung bairische Mundart ginge ja fürsAuge, sie unterscheidet sich aber für die Aussprache, also fürs Ohr nicht vonbayerisch, das doch mit seinem y die Zugehörigkeit zum Staate Bayern aus-drückt In Bayern sind aber nur Ober- und Niederbayern und die Oberpfalzaltes bairisches Stammgebiet; links vom Lech wird schwäbisch und links derbeiläufigen Linie Eichstädt- Nürnberg- Fichtelgebirge wird ostfränkisch ge-sprochen. Das größere Gebiet hat die bairische Mundart aber außerhalbBayerns, sie lebt im Böhmerwald und Egerland, in Österreich( mit AusnahmeVorarlbergs und des tirolischen Streifens Außerfern, Tannheim, Reutte,Leermoos) samt dem Burgenland, in dem zu Italien geschlagenen Südtirolsowie in Sprachinseln auf romanischem und slowenischem Boden. SechsStaatengebilde teilen sich seit 1918 in die bairische Mundart, und da wäre eswohl am Platze, wenn man für sie eiuen einheitlichen Namen hätte; zweck-dienlich wäre die Bezeichnung bawarisch, zumal sie auch ein Gegenstück zualemannisch ist. Beide Ausdrücke sind der Mundart fremd und gelehrtenUrsprunges. Bavaria als Name des Landes wurde aus dem latinisierten Volks-namen Bavarii entnommen, der auf Baija- varii beruht und die Männer( ger-manisch warja Mann) aus dem Boienlande bezeichnet, das ist Boiohaim,aus dem Baihaim und im 8. Jahrhundert Beheim, später Böhmen wurde DieMarkomannen haben das von den keltischen Boien verlassene Land besetztund sind dann nach dem neuen Sitz benannt worden. Vergl. R. Much imReallexikon der germanischen Altertumskunde 1, 156. Die viel gebrauchtenAusdrücke Bajuwaren und bajuwarisch sind sprachlich nicht einwandfrei, siewerden sich aber nicht leicht beseitigen lassen.

Die bairische Mundart gehört zum Hochdeutschen und hat den vollenAnteil an der hochdeutschen Lautverschiebung, die im allgemeinen vor dem8. Jahrhundert eingetreten ist; als oberdeutsche Mundart hat sie gemeinsammit dem Alemannischen die Verschiebung des germanisehen p- zu pf- durch-geführt, 1. im Anlaut, 2. im Inlaut, wenn es im Urdeutschen gedehnt war,-pp-,3. nach m. Die schriftdeutschen Beispiele Pfad, Pfeil, Pfund, Gipfel, schöpfen,stupfen, Napf, Kopf, schimpfen, stampfen, dämpfen, Dampf, Sumpf habenauch in der bairischen Mundart überall pf; in jüngerer Entwicklung konntedaraus bf werden, zum Beispiel an der Donau anlautend bfiffi pfiffig, im Aus-