Library / Self-PublishedÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde29 (1924) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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29 (1924) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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Wiener Zeitschrift für Volkskunde.

( Vormals Zeitschrift für österreichische Volkskunde.)Herausgegeben vom Verein für Volkskunde in WienVIII. Laudongasse 17

mit Unterstützung der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft.Geleitet von Prof. Dr. M. Haberlandt.

29. Jahrgang 1924.

Heft 6.

Dreißig Jahre Verein für Volkskunde.

Ein Gedenkwort von Prof. Dr. Michael Haberlandt.

Vor genau dreißig Jahren Ende Dezember 1894- fand im altenWiener Rathaussaale bei regster Beteiligung die gründende Versammlung desvon mir und meinem längst verstorbenen Museumskollegen Dr. Wilhelm Heinins Leben gerufenen Vereines für österreichische Volkskundestatt. Die Idee desselben fand freundliche Aufnahme in weiten österreichischenKreisen, das Interesse für Volkskunde erwachte damals in allen Ländern, undÖsterreich mit seiner bunten Völkerzusammensetzung war ein hochergiebigerund vielversprechender Studienboden. Männer wie Karl Weinhold undRudolf Virchow begrüßten unseren jungen Verein in seiner Gründungs-stunde. Das große Lebenswerk eines begeisterten Volksfreundes, desSchweden Artur Hazelius wurde bereits in dieser ersten Stunde unsererArbeit als zu erreichendes Vorbild aufgestellt.

In Österreich fehlte es damals noch an einem einheitlichen Sammel-punkt und einer zentralen Pflegestätte der Volkskunde. Vereinzelt wirktenbedeutende Volksforscher und Sammler der volkstümlichen Überlieferungenin verschiedenen österreichischen Ländern, ich brauche bloß an die NamenAmmann, Th. Veralden, Fr. Branky, A. Hofer, V. Tille, V. Zingerle,L. v. Hörmann, Ad. Hauffen, K. Lacher u. a. zu erinnern, während auf demslawischen Volksgebiete der damaligen Monarchie bereits organisiertereArbeit geleistet wurde. Zu einem wirklichen volkskundlichen Arbeitsmittel-punkt für Österreich unseren jungen Verein auszugestalten, war die großeund schwierige Aufgabe, die jetzt zu leisten war. Ich habe zunächst durchdie Begründung der» Zeitschrift für österreichische Volks-kunde< diese Aufgabe anzubahnen gesucht und wir hatten dieGenugtuung, daß sich mit der Zeit in der Tat wohl sämtliche Volksforschervon Ruf und Namen in Österreich als Mitarbeiter an dieser Zeitschrift einstellten.Ich nenne als solche aus den Reihen der älteren Generation Alois Riegl,Theodor Vernaleken, Johann Krainz, P. Piger, Fr. Branky, Ad. Jeitteles,Valentin Hintner, Josef Wiehner, Frh. v. Helfert, M. Andree- Eysn, Alois Johnund zumal Max Höfler, dessen Studien über die Geschichte der Gebildbroteszum großen Teil in unserer Zeitschrift niedergelegt sind. Die österrei

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