Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde29 (1924) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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29 (1924) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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Volksmedizin), der Zeichenunterricht, weiters besonders der altsprachlicheUnterricht durch volkskundliche Erläuterung des Cäsar, Tacitus Vergil,Herodot, Homer, durch Hinweise auf das Weiterleben antiken Volksglaubens,nach allen Seiten bereichert und vertieft. Das stellt große Ansprüche an denLehrer und eine entsprechende Vorbildung wird nötig, vor allem muß Volks-kunde auf der Hochschule gelehrt und als Prüfungsfach anerkannt werden,sowie zum Beispiel in Schweden Volkskunde zu den Prüfungsfächern desangehenden Lehramtspraktikanten gehört.

Heft to Badisches Kinderleben in Spiel und Reim.1921. 50 Seiten, G. Schläger.

Geschmückt mit anmutigen Bildchen werden zunächst die Spiele, diesich im Gefolge der Jahreszeit oft in ganz bestimmter Reihenfolge ablösen,fortgeführt: Kreisel, Reifen, Fangeles, Pfeifenklopfen mit den Baßlösereimen,¡ n denen vielleicht ein Nachklang alter Zaubersprüche zu erkennen ist. In denLiedern der Beerenernte treiben allerlei Waldgeisterlein ihr Wesen. Dannfolgen die Heischelieder von Neujahr, Dreikönig und Fastnacht, das Peterli-springen,( 22. II.) mit der Austreibung des Ungeziefers, die Oster-, Pfingst-und Johannislieder und-Spiele. Auch die Kirchweih spielt im Kinderlebeneine gewisse Rolle, noch mehr das Schlachtfest die» Metzgete«. In den Tier-und Wetterreimen spiegelt sich das Verhältnis der Kinder zur Natur. Bei denWiegen- und Kniereiterliedern wird unter anderen auch der Übergang von.Spottliedchen und Ortslitaneien in Schnaderhüpferlform aufgezeigt. Diekindlichen Heilsprüche stehen scheinbar anders im Zusammenhang mit denvolkstümlichen Besprech- und Zauberformeln. Bei den Ringelreihen- und Nach-ahmespielen wird der Einfluß von Gesellschaftsspielen Erwachsener und derKunstdichtung des 18. Jahrhunderts. gezeigt. Zum Schluß wird eine reicheAuswahl von Abzähl- und Neckversen gegeben. Die zahlreichen Literatur-hinweise erhöhen den Wert des inhaltreichen Schriftchens.

Heft 25. Vom Steinkreuz zum Bildstock. Ein Beitrag zurbadischen Steinkreuzforschung. Max Walter. 1923. 37 Seiten.

Im hinteren Odenwalde sind 63 Steinkreuze, sämtlich genau beschrieben,zum Teil abgebildet, festgestellt. Die Mehrzahl steht an Plätzen und einstensverkehrsreichen Straßen, jetzt durch Verschiebung der Verkehrsverhältnisse,zum Teil an abgelegenen Orten. Sie sind alle aus einem Stück gearbeitet,in dem für die Gegend bezeichnenden roten Sandstein. Zwei Fünftel sindgriechische niedere( ältere) Kreuze, der Rest hohe lateinische, die sich im14. Jahrhundert eingebürgert haben. Neben Jahreszahl und Schrift sindBildzeichen eingegraben, zum Beispiel Zange, Hammer Rad, wahrscheinlichHausmarken. Als Bezeichnung von Gerichtsstätten kommen die Kreuze deshinteren Odenwaldes nicht in Betracht, die meisten sind Unglückskreuze( Marterln), wohl auch Mordkreuze, einige sind wohl auch zugleich Grabsteine( Zigeuner Glossar ::: zum Glossareintrag  Zigeuner), zahlreiche Sagen knüpfen sich an sie, nach dem Volksglaubensind sie wie die Bildstöcke deren Vorläufer die Steinkreuze sind, unantastbar.Ein Beispiel des Übergangesvom Kreuz zum Bildstock bietet das EberbacherKreuz in der Volkssprache heißen beide Kreuz. Dr. Lily Weiser.

Herausgeber, Eigentümer und Verleger: Verein für Volkskunde in Wien, VIII. Laudongasse 17.Verantwortlicher Redakteur: Prof. Dr. Michael Haberlandt. Buchdruckerei Helios, Wien IX.