Library / Self-PublishedÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde29 (1924) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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29 (1924) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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und über das Maß der Rückgabe steht schon in der Bibel ein warnenderSpruch. Aus dieser Vorrede werden auch die Ärzte, die unser Verzeichnislesen, erkennen, warum sie nicht öfters bemüht werden; überdies gibt esGeheimbünde zur wechselseitigen Zusicherung milden Strafvollzuges.

wenn

Seit einem Jahrfünft ungefähr wird dieses Spiel durch das ältereRichter, Kläger, Schläger, Unschuld, Dieb« ersetzt, wobei auch das Losentscheidet. Hier ist schon die gerichtliche Vorführung ein peinliches Verfahren,denn sie erfolgt: Bei einem Zahn oder der kleinen Zehe, bei den Ohren oderden Haaren, der Nase ja bei der Zunge! Der Kläger muß achtgeben,er zur» sauren Soße tritt, wo Unschuld und Dieb stehen, daß nichtnach der glücklichen Wahl die beiden rasch die Zettel tauschen; treffen ihndoch die Strafen, wenn er die Unschuld vor Gericht zieht. Hier hat A. Peterin seinem gediegenen Sammelwerk aus Schlesien( II, 73) den alten Zug, daßder Schläger vor dem Strafvollzug die Erlaubnis des Richters zu erbitten hat,sonst bekommt er die Strafe, auch dann, wenn er zu viel oder zu wenigHiebe austeilt; an Strafnamen führt er an:» Aus der Butter, der Baumwolle,dem Baumöl, dem Steinsalz, dem Pfeffer, den Flügeln und den Teufelsknochen.<<Zu dem nachfolgenden Wortschatz haben die Länder nahezu keinenBeitrag geliefert; Vernaleken- Branky» Spiele und Reime der Kinderin Österreich( Wien 1873) wissen nur von Prügeln, Plumpsackschlägen, straf-weisem Hüpfen und Gassenlaufen, und R. Weissenhofer( U. Z. 1899,V, 54) bringt aus Niederösterreich nur den» Höllenbrand mit Salz und Schmalz<<,dessen Beigaben allerdings in Wien wiederkehren. Die Ottakringer Sammlungwurde mehrmals in fünf anderen Wiener Bezirken verglichen: E bedeutetErdberg, M Margareten, R Rudolfsheim, H Hernals undW Währing. a heißt allgemein in den sechs Bezirken, v in Ottakring vorJahren aufgetaucht, aber verloren gegangen. Sch bedeutet, daß die Strafenmit dem Scheckel oder Schlägel, einem zusammengedrehten, in der Mitteverknoteten Taschentuch ausgeführt werden, das meist dabei zerfasert wird.D= Daumen, Zf= Zeigefinger u. s. f.

1. Aeroplan. Sch. 2 Zf. u. 2 Mf. gekrümmt aneinander; zerreißt er,kriegt der Dieb eine nach andere machen Schluß» das ist manchmal in

jedem Park anders<, M. O.

2. Å grås 1( Stachelbeeren) a. Zwicken.( Nach andern reißen.)

3. Ansichtskarte. Faust, wenn Vergleichswahl E. und R: Stempel;

O die senkrechte Hand: Scheckel!

4. Anzug. Sch. Am ganzen Leib gefladert.(= wie» waschen<< sovielals prügeln). Bei Fehlern( z. B. Hieb ins Gesicht) kriegt ihn der Schlägerzurück. O.

5. Apfelstrudel s. Strudler.( Nach einigen ist der Kopf der Apfel.)H. O.

6. Armbras slett. Goldene mild, platinerne scharf.( Handscheidehackt rings den Armansatz, andere Sch) M. O. H. W.

7. Augsburger(» Weißwurst*) 1 Du. 1 Zf. stehend. v.

8. Autofahren O. s. Herrensitz. H. bei den Füßen über 11 Schritteziehen,

9. Batz, Schlag mit 2 Fingern für den, der den Rückenklopfer nichterrät, besonders aber beim Kartenspiel;(» Verhungern«,» Peterl« u. a. m.) nach