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Bildung des großrussischen Hauses und skandinavischer Bautypen entsprechen.Die Grundform des einzelligen Hauses mit Giebellaube kommt aber immerhinauch an einfacheren Baulichkeiten der romanischen Schweiz vor, sie fehltaber auf der vermutlichen Wanderstraße der Alpenslawen gänzlich. Gerambgeht nun vor allem in die Untersuchung des Rauchofens als des wichtigstenTeiles der Rauchstube ein und postuliert einen unbedingten Zusammenhangzwischen den Rauchstubenöfen Nord- und Osteuropas und den der Ostalpen-länder Nun sieht Geramb für die Entstehung dieser Einrichtung aber nurzwei Möglichkeiten( S. 16). Entweder jene ost- und nordeuropäische Feuer-stätte ist aus dem ältesten westlichen Ofen, den wir kennen, nämlich ausdem langobardischen Kachelofen des 7. nachchristlichen Jahrhunderts, hervor-gegangen oder er hat sich, unabhängig von diesem, in einem eigenen östlichen
Kulturkreis entwickelt<<.
Der Kachelofen scheidet nun gewiß hier von vorneherein aus, schonweil die technologische Sachforschung sich über die Stellung dieser aus 250und mehr» Kacheln« gebauten langobardischen Öfen nur insofern klar ist,als sie kaum etwa Ahnen unserer Öfen mit bodenrecht gestellten Töpfengewesen sind.¹) Die obige Alternative ist aber von vorneherein unrichtig auf-gestellt und darum unfruchtbar. Die einfacheren Kuppelöfen Osteuropas wieauch die nach Geramb am weitesten verbreitete Gruppe des Rauchofensa tonnengewölbt mit prismatischem Körper, b) mit einer Herdbank davor,c) mit Rauchhut darüber, entsprechen vollkommen nicht nur westeuropä-ischen Backofenformen seit dem Mittelalter, sondern vor allem denen deralten klassischen Mittelmeerwelt.
Wenn demgegenüber Geramb S. 38 die Behauptung wagt:< Was wir imMittelmeergebiet an frühen Badeeinrichtungen, aber auch an Öfen( Töpferöfen)und Backvorrichtungen( sic!),.. antreffen, ist so wesentlich anders geartet,daß eine Herkunft unserer peč.( das ist des in Rede stehenden Rauchofens)von dieser Seite her wohl als ausgeschlossen gelten kann«, so kann ich-der bienenfleißige Forscher nehme es nicht übel das nur auf eine< Studien-grenze bei ihm beziehen. Tatsächlich hat L. Niederle( Slovanské starožitnostiII/ 2 S. 840 ff., 856 ff.) diesen Vergleich längst angebahnt. Es ergeben sichaus den Bodenfunden auch sonst für die älteren Zeiten sehr belangreicheDinge, so daß von der Linie Prag, Potsdam, Küstrin ostwärts in der Tatanscheinend schon seit dem 2. bis 4. Jahrhundert in und außerhalb vonGrubenwohnungen kleine gekuppelte und in Podolien auch kistenförmigeÖfchen belegbar sind, daß im 9. Jahrhundert größere Kuppelöfen wie dieglatt ausgesteinte Bodenfläche mancher Stücke erkennen läßt, sicher alsBackofen gedient haben( a. a. O. S. 844). Niederle denkt bezüglich aller dieserTypen gewiß mit Recht an einen schon seit der griechisch- sarmatischenZivilisation wirksamen Kultureinfluß des Mittelmeeres, beziehungsweise derRömer. Da auch dieser Autor westliche Funde dieser Art noch nicht anzu-geben vermag; sei darauf hingewiesen, daß genau in der gleichen Zeit,( ca. 2. Jahrhundert) genau dieselben Backöfen auch auf der Saalburg im Taunus( Römersiedlung) nachgewiesen sind und daß dortselbst auch Kochöfenvermutet werden. Kiekebusch, der Ausgräber dervon Geramb heran-
1) Ein normaler» Ruabnhaufen, wie ich selbst einen aufführen half,benötigt etwa 60 Wölbtöpfe.