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Ernte und zu Weihnachten gebraut, außerdem noch bei Hochzeiten, Taufenund Leichenschmäusen.
Ein Sammelpunkt für alten Glauben und Brauch bildet, wie überall imNorden, die Julzeit. Besondere Abwehrmaßnahmen mußten gegen die gefürch-tete Oskereia, einen Geisterumzug in den finstereren Winternächten ergriffenwerden. Man übte auch die Erforschung der Zukunft, das Stephansreiten undTränken der Pferde aus bestimmten Quellen, Julkuchen und Gelage fehltennicht. Am ersten Jultag sollte nur das Allernotwendigste gemacht werden undwährend der ganzen Julzeit nichts rund gehen. Zu Ostern und Johanniswurden Feuer angezündet.
Interessant sind die Nachrichten über die Veranstaltung von Pferde-kämpfen, bei denen Hengste aufeinander gehetzt wurden. Dieses Kampfspielist uralt und wird oft in den isländischen Sagas erwähnt. In Setesdalenwurde es bis in die Zwanzigerjahre des 19. Jahrhundertes geübt.
Viele Vorsichtsmaßregeln hat die junge Mutter zu beobachten. Siewird von den Nachbarinnen besucht und mit Grütze beschenkt, ein Brauch,der sich auch auf den Faröern findet, wo das Geschenk Nornengrütze heißt.Alter Glaube liegt auch dem Brauch zugrunde, die Kinder in einer bestimmtenReihenfolge nach den Vorfahren zu benennen. Der heranwachsende Knabewählt sich einen Freund und beide halten fest zusammen. Hier liegt vielleichtein Nachklang der alten Blutsbrüderschaft vor.
Eine wichtige Angelegenheit für die ganze Familie ist die Heirat.Ähnliche Verhältnisse herrschten auch bei uns im Mittelalter und werdenzum Beispiel im» Ruodlieb« genau geschildert. Der ganze Hochzeitszug rittzur Kirche. Nach der Heimkunft hieb der Bräutigam mit seiner Axt odereinem Schwerte dreimal in den Feuergalgen, wobei er von den Beiständenaufgehoben wurde. Besonders altertümlich war das gemeinsame Trinken auseiner großen Bierkufe, die auf den Tisch gestellt wurde und aus der jedersich mit einem Schöpfgefäß in Gestalt einer Ente oder eines Huhnes inkleinere Trinkschalen schöpfte. Dieselben vogelförmigen Gefäße werden inRußland zu dem gleichen Zweck verwendet und dienen auch als Salzbehälter.In letzterer Verwendung finden wir sie auch in Savoyen und Piemont( vergl. Eugenie Goldstern a. a. O., S. 61 ff. und Gerda Cederblom, Ymer, 36,1916, S. 27 ff.). Die Verwendung dieser eigenartigen Gefäße läßt auf einenehemaligen kultischen Zweck schließen.
Die von der zum erstenmal im Herbst zu Hause gewonnenen Milch unddem neugemahlenen Mehl bereitete Mahlzeit heißt» skeisungrauten«. Einähnliches Fest kennen die Siebenbürger Sachsen.
Zu einer Leichenfeier wird die Nachbarschaft gebeten und gemeinsamBier getrunken, wobei auch eine Schale auf den Sarg gestellt wird.
Deutliche Reste heidnischen Glossar ::: zum Glossareintrag heidnischen Kultus sind in den Opfern zu erkennen'die den>> vetter und» tusser« dargebracht werden. Sie sind die Geister derVorväter, die nach ihrem Tode über das Schicksal des Hofes wachen unddenen man ihren Anteil an Speise und Trank gibt, um sie sich günstig zustimmen. Eine Nachricht von 1700 bezeugt, daß man dabei die Grabhügelfeierlich umschritt.
Die zu Hause gewobenen Bänder, Handschuhe, Socken u. s. w. weisenteilweise alte Muster auf. Daß Holzschnitzerei von jeher in Setesdal betrieben