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auf ihm die in Fellen geleistete Steuer befördert wurde. Es herrschte einnicht unbedeutender Durchzugs- und Handelsverkehr, aber die Bewohner vonSetesdal selbst saßen ruhig auf ihren Höfen, und so kommt es, daß siemanches aus der Fremde aufnahmen, aber dennoch ihre Eigenart bewahrten.
Die Bauernhöfe sind sehr altertümlich und erinnern in vielem an dieGehöfte der altnordischen Sagazeit. Die einzelnen Gebäude sind in Blockbauhergestellt und mit Torf gedeckt. Sie stehen in einer Reihe( an,» lon<) oderdas alte Wohnhaus( und oft auch ein neues) bildet zusammen mit demSpeicher die»> innhusi«, und die übrigen Wirtschaftsgebäude, die> uthusi<,wie Scheune, Kuh-, Pferde- und Schafstall stehen in einer Reihe unterhalb.Auch eine Mühle gehört zum Gehöft und manche Bauernhöfe besitzen zweiSpeicher oder neben dem gewöhnlichen noch einen Pfostenspeicher( stolpehus).Die beiden Reihen der Wirtschafts- und Wohngebäude können auch einenWinkel zueinander bilden. Es sind auch Berichte und Zeichnungen von einemgedeckten Gang(» drombe«) erhalten, der von dem Wohnhaus in das ersteStockwerk des tiefer gelegenen Speichers führte. Ähnliche Bauten sind ausder Wikingerzeit, dem späteren Mittelalter bekannt und finden sich nochheute in Rumänien. Heilige Bäume(» tusse-« oder» vettetre<) gab es beijedem Gehöft, und zwar meist auf den alten Grabhügeln oder in ihrer Nähe,so daß die>> tusser« oder» vetter<< als die Seelen der Vorväter zu betrachtensind, denen beim Buttern und Bierbrauen geopfert wurde. Es sind meistBirken, Föhren oder Eichen, auch eine Eberesche wird unter diesen Bäumengenannt.
Die alten Wohnhäuser enthalten drei Räume: Vorhaus, Stube undKammer. An der einen Langseite des Hauses läuft eine Laube. Vom Vor-haus gelangt man durch eine niedrige Tür in die Wohnstube, die bis untersDach offen ist und dem Typus der alten Rauchstube angehört. In der Mitteauf dem Boden ist der offene Herd errichtet und im Dach darüber befindetsich eine Öffnung für den Rauchabzug, die auch dem Licht Zutritt gestattet(» ljore<). Von einem Balken, der in der Wand befestigt ist, hängt an einerKette der Kessel über dem Feuer. Am Ende dieses Balkens ist ein Pferde-kopf geschnitzt. Solche Zieraten sind auch an der Feuerstelle im nieder-.sächsischen Bauernhaus angebracht und in Süddeutschland und Österreichverwendete man die Feuerrösser zum Auflegen der Holzscheiter in die Glut.Der Herd war immer eine geheiligte Stätte und dem Herdfeuer wurden Opfergebracht, so daß hier alte heidnische Glossar ::: zum Glossareintrag heidnische Überlieferung zugrunde liegen dürfte.Entlang den Wänden laufen Bänke, die früher mit Erde gefüllt waren, umdie Wärme besser zu halten. Schwere, starke Tische, Stühle, Truhen, einge-baute Schränke und Betten vervollständigen die Einrichtung. Am oberen Endedes Tisches steht der Hochsitz(> høgsæte«), der dem Bauer gebührt. Manfindet auch die» kubbestolar« vertreten, die massiv aus einem Stamm ge-schnitzt sind. Die Wohnhäuser und ihre Einrichtung lassen sich bis ins17. Jahrhundert zurückdatieren, sind aber typologisch viel älter, Jetzt werdendie alten Rauchstuben nur mehr im Sommer zum Aufenthalt benützt, sonstwird darin gebacken, gebraut, geschlachtet und gewaschen. Die älteste er-haltene norwegische Rauchstube ist die» Raulandstoge« aus Numedal ausdem 13. Jahrhundert. Von 1700 an wurden neue Wohnhäuser gebaut, aber esdauerte anderthalb Jahrhunderte, bis sie sich durchsetzten. Oft wurde auch ein