Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde28 (1923) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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28 (1923) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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Deshalb wurden ihm Bier und Molken geopfert und alles, was auf dem Hügelwuchs, galt als heilig; insbesondere durften die Bäume nicht angetastet werden.E. Bull entwirft ein Bild der wirtschafts- und verwaltungsgeschichtlichenEntwicklung des Landes. Die erste Erwähnung von Setesdal geschieht in demisländischen Landnahmebuch und erst in Magnus Lagabøters Landesgesetzvon 1270 wird es wieder genannt. Bis zu dieser Zeit war also das entlegeneSetesdal noch nicht in die Verwaltung des Reiches einbezogen. Setesdalbildete mit den angrenzenden Gebieten in rechtlicher Beziehung eine Einheit,die mit einem alten Namen als Rábyggjalog bezeichnet wurde. Die Rábyggerwaren Leute, die in einem, d. h. abgelegenen Winkel wohnten. 1537 wurdedie Reformation in Norwegen offiziell eingeführt und dieses Ereignis bildete,zusammen mit der drückenden Steuerlast, eine der Hauptursachen zu denlangwierigen Bauernunruhen, die bis um die Mitte des 17. Jahrhundertes inNorwegen auftraten und sich gegen die Vertreter der Regierungsgewaltwendeten. Jede neue Steuer rief zähen Widerstand der Bauern hervor, derblutig niedergeschlagen wurde. Die Steuern wurden meist in natura geleistet,in Butter, Fellen und Häuten. Auch im Schulwesen erhielten sich lange Zeitaltertümliche Einrichtungen. Der Schullehrer zog von Hof zu Hof und wurdein Kost und Quartier freigehalten. Der Unterricht dauerte von Michaeli bisOstern. Eine wichtige kulturgeschichtliche Quelle bilden die Archive vielerBauerhöfe, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreichen und eine nicht geringeVolksbildung voraussetzen.

Die Entwicklung der kommunalen Selbstverwaltung, der Bau einerFahrstraße, die Neugestaltung des Schulwesens, die Errichtung von Sparkassenund schließlich der Bau der Eisenbahn vollenden die Neugestaltung des Lebensin Setesdal. In diesem Bezirk ist auch das Bygdemål im Gegensatz zumRigsmål durchgedrungen und dementsprechend das vorliegende Buch in» Bygdemål abgefaßt.

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( Fortsetzung folgt)

Literatur der Volkskunde.

C. Patsch: Historische Wanderungen im Karst undan der Adria. I. Teil: Die Herzegowina einst und jetzt.( Verlag desForschungsinstituts für Osten und Orient Glossar ::: zum Glossareintrag  Orient.) Wien 1922.

Die Herzegowina wird es dem langjährigen verdienten Leiter derarchäologischen Sammlungen in Sarajevo und Schöpfer des Instituts fürBalkanforschung zu dauerndem Dank wissen müssen, daß er, in seine deutscheHeimat zurückgekehrt, in der vorliegenden Schrift ein kulturgeschichtlichesGemälde der Herzegowina entwirft, wie es in dieser Anschaulichkeit nur ein-dringende, in langer Wanderschaft erworbene Bodenkenntnis vereint mit derBeherrschung aller wissenschaftlichen Quellen aufzubauen vermögen. Vomvolkskundlichen Standpunkte besonders zu begrüßen ist die weitgehendetopographische Einstellung und die Beachtung, die das Leben der ländlichenBevölkerung in gleicher Weise erfährt wie die vergängliche Städtekultur, Sehrwirkungsvoll leitet die Schilderung der Gedanke der Umformung, bessergesagt Zerstörung der Landesnatur durch den Menschen bei ständig ab-nehmender kultureller und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit des Landes seit