Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde28 (1923) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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28 (1923) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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gebrachten Schilderung der Tanzbewegungen in ihrem Ablauf sind vielfachauch volkskundlich wertvolle Anmerkungen über Herkunft, Alter und Ver-breitung der betreffenden Tänze beigebracht. Welcher Reichtum an schwung-voller Gelenkigkeit und schalkhafter Grazie, an mimischer Kraft und Launeentfaltet sich in diesen alten Tänzen, denen die hergebrachten urwüchsigenÄußerungen frohen Bauernsinns. Strampfen, Paschen und Singen in rhyth-mischem Wechsel zugemischt sind. Die Musik Geigen und Klarinette be-gleitet und befeuert in unnachahmlicher Schneid die Tanzbewegungen. GuteTanzmusikanten waren früher oft landbekannt und gesucht. Das Werkchenwird so gleicherweise der Volkskunde wie der Volksbraucherncuerung dienlichsein und ist auf das dankbarste zu begrüßen.

Heimattrost. Von Emi Lehmann.

Reichenberg, 1922.

Sudetendeutscher Verlag in

Die Sagen des Leitmeritzer Gaues. Von Josef Kern. Im gleichenVerlag, 1922.

Beide Bändchen entspringen und entsprechen der starken Heimat-bewegung, die in den Deutschen" Böhmens lebendig wirkt.

Emil Lehmann ist als bewährter Heimatbildner und Volkserzieher bekannt.In seinen Schriften» Heimatkundliche Volkserziehung, Altvaterland zurdeutschen Stammeserziehung, Der Schönhengstgau«,» Die Wünschelrute<u. a. m. arbeitet er dem gleichen Zicle wie in dem obengenannten Büchleinentgegen. Vielleicht ist etwas zu viel Heimatstimmungsmalerei in den Werkchen;es seien dem Verfasser wie allen verwandten Volksbildnern die Ausführungenund Mahnungen, die Kurat Ch. Frank in den vortrefflichen» Deutschen Gauen<,XXIII( 1922), 5./6. Lieferung, neuerlich hinausschickt, ans Herz gelegt. mitdem prächtigen Aufsatz:» Umstellung und Umwertung«,

In anspruchsloser Form erzählt, bietet uns Josef Kern die Sagen desLeitmeritzer Gaues.

In 15 Gruppen ist ein reicher Überlieferungsschatz mitgeteilt, zu welchemam Schluß Erläuterungen und Nachweise verwandter Sagenstoffe in sehr er-wünschter Art beigebracht sind.

Jugoslawische volkstümliche Ornamente. Herausgegeben von AlbertSič in Laibach. 1922

In reichster Ausstattung gibt hier ein genauer Kenner volkstümlicherKunst der Südslawen die erste Lieferung einer Sammlung volkstümlicherOrnamentmotive der Slowenen Krains und Kärntens heraus. Mehr als je istseit dem Kriegsende, das den Nachfolgestaaten ein selbständiges nationalesLeben gebracht hat, hier der Sinn für die traditionellen Volksgüter lebendig,und es ist nur zu begrüßen, wenn er sich, möglichst frei von nationalemÜberschwang, in positiver Arbeit und nach wissenschaftlichen Grundsätzenbetätigt. Wir finden in der vorliegenden ersten Lieferung eine Fülle vonOrnamentmotiven, die von der Bemalung der Ostereier und aus der Be-stickung und farbigen Benähung von Pelzjacken und sonstigen Kostümstückengeholt sind. Erstere sind mehr von geometrischer, letztere von vegetabilischerOrnamentik beherrscht. Ihr Zusammenhang mit östlichem Stil, besonders auchmit ungarischen Formen ist deutlich wahrzunehmen. Alle Kreise, die sich mitVolkskunst beschäftigen und dieselben sind gegenwärtig sehr in Aus-