Library / Self-PublishedÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde28 (1923) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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28 (1923) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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LG

Die Vermehrung der Bibliothek betrug 417 Nummern, dieder Photographien und Abbildungen 2426 Stück. Die Diapositiven-sammlung wuchs um 34 Nummern. Sämtlicher Sammlungszuwachs wurdeordnungsgemäß gebucht.

Vorträge und Führungen

zur Einführung in die Volkskunde und die Benützung der Museumssammlungenwurden in größerer Zahl und mit den erfreulichsten Erfolgen abgehalten. Fürdie Arbeitsgemeinschaften der Volks- und Bürgerschullehrer wurde ein Zyklusvon vier Vorträgen in der Urania< von den Herren Prof. Dr. M. Haberlandt,Prof. Dr. Radermacher, Dr. A. Haberlandt und Konrad Mautner veranstaltet.Dem Niederländischen Lehrerkurs sowie einer Gruppe von Teilnehmernan den Internationalen Hochschulkursen widmete der Museumsvorstand eigeneVorträge und Führungen. In Begleitung von Lehrpersonen besuchten 272 Schul-klassen das Museum; die Zahl der sonstigen Besucher an Wochentagen betrugrund 6000 Personen( hauptsächlich Fremde und zahlreiche Fachmänner desIn- und Auslandes). An Sonn- und Feiertagen blieb das Museum zufolge derUnbeheizbarkeit der Räume, die die Aufstellung eines Bewachungspersonalszur Unmöglichkeit machte, in der Winterjahreshälfte geschlossen.

Infolge der außerordentlich gesteigerten Druckkosten erfuhr das Er-scheinen der» Wiener Zeitschrift für Volkskunde zu. unseremgrößten Leidwesen eine einjährige Unterbrechung. Mit großmütiger Unter-stützung der Verfasserin Frau Dr. Eugenie Goldstern konnte immerhinder 14. Ergänzungsband, enthaltend: Hochgebirgsvolk inSavoyen und Graubünden( mit 28 Lichtdrucktafeln) erscheinen.( Preis für Mitglieder 50,000 K). Ebenso hat sich der Verein für Volkskundeum das Zustandekommen der schönen Heimatkunde von Vandans( Montafon)von Schulrat Bartisch mit Erfolg bemüht. Mit Unterstützung der Not-gemeinschaft der deutschen Wissenschaft wird es 1923 möglich sein, die» WienerZeitschrift für Volkskunde< wieder erscheinen zu lassen( siehe oben S. 1).

Trachtensammlung.

Bei der Versteigerung der großen Sammlung von Volkstrachten ausden Alpenländern, der Tschechoslowakei, Jugoslawien, den Balkanländern undRußland, die im Laufe vieler Jahre vom Bildhauer Albert Schloß zu-sammengebracht worden war, glückte es der Direktion mit edelsinniger Unter-stützung einer Reihe von Museumsfreunden Dr. Alfons Rothschild, StephanMautner, Robert Hammer, Ernst Pollack, Oskar Trebitsch, John Ball,Dr. Richard Kulka, V.-P. Boschan, G. D. König, Dr. R. Neumann, sowie desUnterrichtsamtes eine größere Anzahl wertvoller Kostüme( 23) unTrachtenteile für die Museumssammlungen zu erwerben. Es konnten damiteinige merkliche Lücken in den Museumsbeständen glücklich ausgefüllt werden.Besonders heiß umstritten war die prunkvolle Tracht einer steirischen Gewerken-frau um 1800. Die neuerworbenen Trachten gelangen demnächst, soweit derverfügbare Raum es noch zuläßt, zur Aufstellung in den Sälen II und III.