Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde28 (1923) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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28 (1923) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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pfänglich und derselben bedürftig geworden. Mogks Darstellung hält die rechteMitte zwischen geschichtlicher Analyse und lebendig- frischer Schilderung.Auch die Berücksichtigung der hier zutage tretenden deutschen Stammes-unterschiede ist sehr zu rühmen. Hoffentlich hilft das Büchlein, der deutschenVolkskunde recht viele neue Freunde und Mitarbeiter zu gewinnen.

Prof. Dr. M. Haberlandt.

Josef Blau Wanderbuch für den Böhmer- und Bayer-wald. Pilsen. Karl Maasch' Buchhandlung. A. H. Bayer.

Döbling. Eine Heimatkunde des XIX. Wiener Bezirks.Herausgegeben von Döblinger Lehrern. 3 Bde. Wien 1922.( Selbstverlag derArbeitsgemeinschaft.)

Rudolfsheim und Fünfhaus. Ein Heimatbuch.Bezirksschulinspektor Edgar Weyrich. Wien 1922.

Herausgeber

In sehr erfreulicher Weise gesellt sich dem Streben nach der Gewinnungweiter Gesichtspunkte in der vergleichenden Volkskunde ihre Vertiefung imWege der Heimatforschung, ein Weg, der vielseitigeren Erfolg verspricht alsder der bloßen Punktforschung auf diesem oder jenem Spezialgebiet. Seltenfreilich wird sich ein so vielseitiger Kopf und ganzer Mensch finden, wie erin Josef Blau schöpferisch ist. Sein Wanderbuch bietet in nuce das, was alsein großangelegtes Unternehmen des Deutschen und Österreichischen Alpen-vereines im Jahre 1914 für die Alpen bieten wollte, lebendiges Erfassen auchdes Volkstums im Naturgenuß, den wir in den Bergen suchen. Was geschicht-liches Leben und Wirtschaft an Eigenart aufzuweisen haben, wird in diesemTouristenführer ebenso treulich verzeichnet wie die Leistungen von Dichternund Künstlern, mit denen sie das Bild der Heimat in ein höheres Bereich zuheben bemüht waren. Welch dankbare Aufgabe etwa auch für einen echtenWanderführer durch die grüne Steiermark, die Waldheimat Roseggers, dieWaid und Wonne Erzherzog Johanns!

Vielleicht wäre in dem Büchlein da und dort örtlich ein Hinweis aufJosef Blaus eigene Lebensarbeit und seine Forschungen( namentlich für dieHolzarbeit) erwünscht gewesen. Was Josef Blau als Einzelner geleistet. desGeist waltet auch in der harmonischen Zusammenarbeit der Wiener Lehrer-schaft zu heimatkundlicher Besinnung.

Auch der Volksforscher wird die quellenmäßig sorgfältig gestütztenVeröffentlichungen, von denen dem Vernehmen nach auch für Wien Land-straße und Brigittenau bereits je ein Band erschienen ist, mit Nutzen zurHand nehmen. Erfreulich erscheint, daß typisch wiederkehrende Dinge nichtschablonenhaft gleichmäßig allerwegen abgehandelt sind. Rudolfsheim enthälteine auch volkskundlich teilweise verwertbare Schilderung kleinbürgerlicherZustände von ehedem( Direktor Fritz Zoder) und mundartlicher AusdrückeR. Lukesch) · vom S. 16 erwähnten» Gasselfahren legt im Mus. f. Volksk.ein prächtiger» Schlitten aus Ottakring« Zeugnis ab. Döbling bietet einevielfach auf Originalmitteilungen fußentle Darstellung des Weinbaues vonG. L. Schremmer, die um so dankenswerter ist, als gerade auf dem Ge-biete des Arbeitslebens der ländlichen Bevölkerung bisher nur Ansätze volks-kundlicher Beschreibung vorliegen. Mögen die Darlegungen, deren mancherAbsatz zu einer Monographie herausfordert(» Bitt- Tage, Urbani- Tag mit Masken-

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