Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde28 (1923) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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28 (1923) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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beleben, zu stärken und, wo es schon erloschen scheint, aufs neue zu er-wecken.

Neben solcher ethischen Bedeutung kommt einer möglichst ausgedehntenund geordnet betriebenen Familienforschung vor allem aber auch eine eminenterassenhygienische und die Zukunft unseres Volkes gestaltende Wichtigkeit zu.Denn nur durch eine möglichst ausgedehnte Familienforschung werden wirüberhaupt die Erbanlagen in unserem Volke, die guten wie die schlechten,kennen lernen. Alle auf Eugenetik abzielenden Bestrebungen der Gegenwarthaben hierin ihre Voraussetzung und ihr Fundament. Für die anthropologischenEinsichten ist die Familienforschung von gleicher Bedeutung; die stärksteFörderung der wissenschaftlichen Menschenkunde wird ihr künftig von der» Familienanthropologie zuteil werden. Nicht minder wird unsere volks-geschichtliche Einsicht von den Fortschritten der Familienforschung abhängen;ibre Bedeutung für die Siedlungsgeschichte, für die Bevölkerungsbewegungim großen wie im kleinen liegt auf der Hand.

Aus all diesen Erwägungen heraus halten es die Unterzeichneten für.ihre wissenschaftliche und staatsbürgerliche Pflicht, einen lauten Mahnruf indie Bevölkerung hinauszuschicken: Pflegt Eure Familiengeschichte! Eine ge-ordnete, eine wissenschaftliche und erfolgverheißende Familienforschung istheute unter dem Lichte der modernen Vererbungslehre tatsächlich möglichgeworden und verspricht die allergrößten Erfolge.

Jeder kann dabei für die Allgemeinheit wertvollste Mitarbeit leisten, diezugleich ihm selbst und den Seinigen frommt. Vielfach sind schon bescheideneund erfreuliche Ansätze für solche Arbeit vorhanden, es gilt jetzt, sie zu einermöglichst umfassenden Geistesbewegung zu entwickeln, wie dies in Deutsch-land vielfach bereits in planmäßiger Organisation und mit vielversprechendenErfolgen geschieht. In planvoller geduldiger Arbeit, die von einzelnen überein langsam wachsendes Netz von Arbeitsgemeinschaften zu immer größeremUmfang gebracht werden kann und soll, mit Hilfe der Lehrerschaft, der Geist-lichen, der Ärzte, der Presse, der berufenen Wissenschaften wird sich dasInteresse der breiten Öffentlichkeit für diese edle und wichtige Volkssachealler Hoffnung noch gewinnen lassen.

Es wird ein Werk der Volkszucht und Volkserneuerung im besten Sinnedes Wortes sein!

Als vorläufige Arbeitsstellen erbieten sich die Anreger der Angelegen-heit im Verein und Museum für Volkskunde, Wien, VIII. Laudongasse 17,wohin jeder Interessent gewiesen sei.

Prof. Dr. A. Dopsch, Kurat J. Geẞ31, Prof. Dr M. Haberlandt,Dr. Arthur Haberlandt, Dr. V. Lebzelter, Prof. Dr. R. Much ,,Prof. Dr. H. Reichel.

Literatur der Volkskunde.

Rassenkunde des deutschen Volkes. Von Dr. Hans Günther.Mit 8 Karten und 409 Abbildungen. J. F. Lehmanns Verlag, München 1922.Dieses Buch versucht zum erstenmal eine Gesamtdarstellung derrassischen Verhältnisse innerhalb des deutschen Volkstums. Es stützt sich