Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde28 (1923) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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28 (1923) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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Alle Hirten gehen im Kreise herum und sagen:

Kindla, kumm mit ahem, mit ahem

( nach heim),Kannst Dich hintern Ofa lähn

( legen).

Mei Weib Glossar ::: zum Glossareintrag  Weib, die wird Dich garnė

( gerne) sah'n,Sie wird Dir Zeiten a Kaschla( Kasch)gan( geben).

Heideldum, heideldumdi!

Seine Hörnlan sein so ruet( rot)Wie der Krabes ei der Sud.Seine Fußlan sein so kalt, sein sokalt,

Daß se wer'n afriera bald.Heideldum, heideldumdi!

Alle( singen):

Habt Dank, habt Dank,

Ihr Eltern mein,

Daß ihr habt gelassen' rein,

Und hätt's uns nicht gelassen' rein,So hätt'n mr müssen draußen blei'n.

Ei dam Stalle was a Rietz, was a Rietz,Guck ich nei,

Saßen zwe Leut

Und a Kindla drbei( dabei).

Das Kindlein war so nette, war so

Hot nic amol a Bette.

nette,

' s Kindla wor so nett und froh,Lag auf an Wischla Stroh.

Das Kindla war so hübsch und froh,Ka Moler molt' s a so.

Ei, wenn das Ding a so soll sein, woll'n mr( mir) a Stückla laufenUnd dem lieben Jesulein, JesuleinEtwas Schönes kaufen.

Heideldum, heideldumdi!

Der Weg ist uns mit Rosen gebaut,Wir wollen uns wieder um' n Himmelumschau'n.

S' glorium, s glorium,Juesseus is Deum!

( Josef geht absammeln.)

Das Stephansreiten.

Von Dr. Rosa Schömer, Wien.

In einem vor kurzem erschienenen interessanten Aufsatz behandeltDoz. Dr. H. Celander, Gotenburg, das Stephansreiten und die dabei ge-sungenen Lieder. Dieser Brauch ist auch in Deutschland und Österreichüblich. am häufigsten jedoch in Schweden. In der Reihe der Julfeiertage spieltder 26. Dezember, der Staffanstag«, eine hervorragende Rolle durch denBrauch, der sich an ihn geheftet hat. Schon Olaus Magnus berichtet im 16. Jahr-hundert, daß seine schwedischen Landsleute an diesem Tage Wettritte abzu-halten pflegten, und eine Reihe von Einzelzügen dabei ergibt für uns ein Bildvon hoher Altertümlichkeit. Nach Dorfschaften getrennt wurden diese Wett-ritte abgehalten und dieser Umstand, sowie die Allgemeingiltigkeit des Tageslassen auf ein großes gemeinsames Mittwinteropfer schließen. Der Siegespreisbestand in einigen Scheffeln Saatkorn, und dies führt mit Mannhardt zu demSchluß, daß hier, wie bei Frühlingsfesten, die auch mit Wettritten verbundenwaren, ein gemeinsamer Grundgedanke, nämlich die Förderung der Frucht-barkeit vorliege. Diesem Saatkorn wurde wohl eine besondere Kraft zuge-schrieben, wie sie auch dem Julkuchen eigen ist und die sich auf die Ernte-hoffnung des kommenden Jahres bezieht.