Library / Self-PublishedÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde27 (1921) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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27 (1921) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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Mitteilungen aus dem Verein und dem Museum für Volkskunde.

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Das erste Halbjahr nahm unsere Kräfte vor allem noch für die Fertigstellung dergroßen musealen Schaustellung und die Aufschließung der Sammlungen durch reichlicheBezettelung in Anspruch. Auch ein kurzgefaßter, jedoch alles Wesentliche durch allgemeineund besondere Bemerkungen erläuternder Führer" wurde vorbereitet. Schon lange vorder eigentlichen Eröffnung der Sammlungen wurden spezielle Interessenten aus demPublikum und auch zahlreiche Gruppen von Besuchern aus den zugehörigen Fachkreisenzur Besichtigung des Museums zugelassen. Das lebhafte Interesse der Öffentlichkeit andem großen Werk wurde in dankenswerter Weise auch durch die Presse genährt, welchemehrfache Mitteilungen über die neue wissenschaftliche Sehenswürdigkeit, die sich hiervorbereitete, brachte.

Seit der Eröffnungsfeier am 26. Juni 1920 bis zum Eintritt des Winters ist nebenden zahlenden Besuchern( rund 5600 Personen) die Besichtigung des Museums zumeistunter entsprechender Führung durch über 40 Besuchergruppen( je 40-60 Personen)seitens der Schulen und verschiedene Vereinsorganisationen erfolgt. Wir legen den größtenWert gerade auf den fleißigen Zuspruch dieser Art von Besuchern und legen es demBezirksschulrat wie dem Landesschulrat nochmals eindringlich nahe, durch entsprechendeEinflußnahme den Museumsbesuch durch Schulen aller Art zu fördern. Namentlich dieMittelschulen und die Lehrerbildungsanstalten sind noch auffallend im Rückstand mit derklaren Verpflichtung, die Besichtigung eines Museums, wie das unsere, ihren Schülern zuvermitteln. Auch geben wir den Schulleitungen zu bedenken, daß ein einmaliger Besuchder Sammlungen auch wenn ein Führer beigegeben ist nicht entfernt genügt, umden Zweck, der damit verbunden ist, zu erreichen, sondern daß die Besichtigung öfterswiederholt und jedesmal nur auf höchstens 3-4 Ausstellungsräume ausgedehnt werden sollte.Mit Eintritt der Winterkälte mußte der allgemeine Besuch des Museums bedauer-licherweise sistiert werden. Es hatte aber jedermann, den ein besonderes Interesse in dasMuseum führt, gegen entsprechende Legitimierung wochentäglich ungehindert Zutritt zuden Sammlungen, wovon durch zahlreiche Interessenten, Künstler, Kunstgewerbler,Studierende jeder Stufe besonders auch durch die Hörer und Hörerinnen der Kunst-Gebrauch gemacht worden ist.

gewerbeschule

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Die Veröffentlichungstätigkeit unserer Gesellschaft mußte im Berichtsjahre, wie diesallen wissenschaftlichen Zeitschriften leider nicht erspart geblieben, aufs äußerste ein-geschränkt bleiben. Es ist jetzt jedoch zufolge unserer Verbindung mit der Amba", durchgünstige Papierbelieferung sowie auf Grund der zugesagten Unterstützung des Volks-bildungsamtes und anderer Abteilungen des Unterrichtsamtes sichere Hoffnung vorhanden,daß nunmehr unsere Zeitschrift für Volkskunde, die bereits durch 26 Jahrgänge erfolgreichgewirkt hat, ihre Veröffentlichungen in bescheidenem Ausmaß wird wieder aufnehmenkönnen. Der Absatz von früheren Jahrgängen nebst den zugehörigen Ergänzungsbändenwar im Berichtsjahre ein erfreulich großer und bewies das sich stets ausbreitende undgesteigerte Interesse an den volkskundlichen Gegenständen in überzeugender Weise. Diegroßen Museumspublikationen Werke der Volkskunst" I- III, Österreichische Volks-kunst und Textile Volkskunst aus Österreich" sind bereits vollständig oder zum größtenTeil vergriffen.

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Beständige und schwere Sorgen bereitete der Vereinsleitung imabgelaufenen Jahre die finanzielle Sicherung namentlich des Museums,nicht minder aber auch die geordnete Abwicklung der stetig sichhäufenden und komplizierenden Vereinsgeschäfte. Wie im vorjährigenJahresbericht mitgeteilt wurde, mußte die Vereinsleitung in denJahren unserer stärksten finanziellen Beanspruchung( 1918 und 1919)zu dem Mittel sich verstehen, eine schwebende Schuld aus denStiftungsbeträgen und dem Dr. Rudolf Trebitsch- Legat, das für denweiteren Ausbau der Sammlungen zu dienen hat, aufzunehmen. DieseVerbindlichkeit in der Höhe von K 84.028.28 war unbedingt zu tilgen. Es