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Volkskundliche Chronik.
Es ist nur schade, daß dieser von bester Absicht geleitete Forscherdas Wiederaufleben des steirischen Volksschauspieles nicht mehr mit-erlebt hat. Ein Hauptverdienst an demselben hat wohl unstreitigDr. V. Geram b, der unermüdlich immer wieder darauf bedacht ist,dem Volke auf eine feine unaufdringliche Art sein Ureigenstes vorAugen zu bringen und aufs neue lieb und wert zu machen, ohnedaß es selbst der Beeinflussung gewahr würde. Viele Männer vonsolcher mit natürlichem Takt gepaarten Heimatliebe täten uns not.
Volkskundliche Chronik.
Anton Dachlerzum achtzigsten Geburtstag. Der Altmeister der öster-reichischen Bauernhausforschung Ingenieur Anton Dachler hat am 17. Jänner 1921sein achtzigstes Lebensjahr vollendet. Die volkskundlichen Kreise Österreichs und im be-sonderen Verein, Museum und Zeitschrift für Volkskunde in Wien dürfen diesen Gedenktagnicht vorübergehen lassen, ohne dem vielbewährten und verdienstvollen Forscher fürseine reiche Lebensarbeit den gebührenden Zoll der Dankbarkeit und Verehrung darzu-bringen. Anton Dachler darf, wie schon im Jahre 1909 Karl Rhamm in dieser Zeit-schrift, XV, S. 46, festgestellt hat, unbestritten als der hervorragendste Kenner der öster-reichischen Bauten im Zusammenhang" gelten. Er hat sich zuerst durch seine grund-legende und mustergiltige Arbeit über das Bauernhaus in Niederösterreich( 1897) sofortin die erste Reihe der österreichischen Erforscher des Bauernhauses der Monarchiegestellt und vollends diesen Rang durch den zum größten Teil von ihm verfaßten Text-band zum monumentalen Werk des Österr. Ingenieur- und Architektenvereines:„ DasBauernhaus in Österreich- Ungarn neben Rudolf Meringer, Karl Rhamm u. a. glänzendbehauptet. Eine weitere grundlegende und für die historische Erfassung der Herkunfts-verhältnisse der niederösterreichischen Bevölkerung sowie einiger ihrer Nachbarn maß-gebend gewordene Arbeit hat Anton Dachler durch den Nachweis der fränkischen Her-kunft dieser Bevölkerungsteile geliefert eine Einsicht, die seither zum wissenschaft-lichen Gemeingut geworden ist. Besonderes Augenmerk hat A. Dachler der Geschichtedes ländlichen Beheizungswesens, den alten bäuerlichen und städtischen Befestigungs-formen, den ländlichen Denkmälern, der städtischen Bauweise zugewendet, die in zahl-reichen Abhandlungen in verschiedenen gelehrten Zeitschriften mit wahrem Bienenfleißbehandelt wurden. Aber auch speziell volkskundlicher Forschung hat A. Dachler sichvielfach zugewendet, wovon seine in dieser Zeitschrift erschienenen zahlreichen größerenund kleineren Arbeiten Zeugnis ablegen. So darf der hochbetagte Forscher, der sichvollster körperlicher und geistiger Frische erfreut, mit Genugtuung auf eine reiche, imDienste der Volkskunde vollbrachte Lebensarbeit zurückblicken. Wir wünschen dem viel-verdienten Manne, der in seltener Bescheidenheit niemals auf öffentliche Ehrungen Anspruchgemacht hat, einen recht gesegneten und heiteren Lebensabend.
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Prof. Dr. M. Haberlandt.
Umfrage wegen Trachtenbildern.
Von Konrad Mautner, Wien.
Im Verein mit Dr. V. Geram b, Leiter der volkskundlichen Abteilung des MuseumsJoanneum zu Graz, arbeite ich seit Jahren an einer Veröffentlichung über die Volk strachten.der österreichischen Alpenländer. So reich auch die Quellen an Abbildungen etwa vomEnde des 18. Jahrhundertes an fließen, so spärlich und schwer erlangbar sind Belege ausälterer Zeit auffindbar. Selbstverständlich haben wir nicht verabsäumt, die Landkirchenauf bäuerliche Votivbilder hin, die trachtliches Material bieten könnten, genau zu durch-suchen; ebenso ließen wir es uns angelegen sein, die Staffagefiguren alter Städte- undOrtsansichten in Augenschein zu nehmen. Allein das für die Trachtenkunde hiebei ab-