Das Bauernhaus an der unteren Livenza( Venezianische Tiefebene).
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Gegen die Küche zu ist die schräge Kaminmauer meist schirm-förmig vorgezogen und endigt hier stets mit einem horizontalen Brett.( napa), das zum Daraufstellen verschiedener Gebrauchsgegenständedient, des hölzernen Salzmörsers( pestasale), der kupfernen Kaffee-kanne( cavona), irdener Töpfe und dergleichen. Im Kamin hängt aneiner Querstange eine verschiebbar angebrachte Eisenstange( bustodella catena), daran an einem Haken die Kette( catena) und an diesereine kurze Eisenstange( gancio), an der der Kessel aufgehängt wird.Stets befindet sich in der Küche ein steinernes Waschbeckenvon etwa 1 m Länge und 50 cm Breite( secchiaio, seciaro, secier,secchier), meist in einer Ecke stehend, in neueren Häusern auchmitunter in einem eigenen Raum neben dem fondro, der spassa cucina,untergebracht. Durch ein Loch in der Wand führt das Abwasser insFreie. Seitwärts des Waschbeckens ist ein schief gestelltes Brett zumDaraufstellen der gewaschenen Gegenstände( scoladora), über demsecchiaio ein Brett zum Daraufstellen der Teller und zum Aufhängender unten erwähnten Kessel und dergleichen angebracht( scansia).Hier hängt stets das aus Draht geflochtene Salatkörbchen( tiesta),aus dem das Wasser in das Becken abtropfen kann.
Von den in der Küche befindlichen Gebrauchsgegenständenseien vorerst die am Herde verwendeten erwähnt. Bemerkt sei, daßein Teil der Kücheneinrichtung rein nationales Gepräge trägt, währendgewisse Einrichtungsgegenstände, wie Tisch, Stühle, Lampe u. ä.,Allerweltscharakter tragen. Beschrieben sollen natürlich bloß dieersteren werden.
Zur Unterhaltung eines offenen Feuers ist der Feuerbock( cavelon)nötig. Gewöhnlich ist er vierfüßig und besteht in seiner einfachstenAusführung aus einer an beiden Enden aufgebogenen Eisenstangemit vier Füßen daran, meist ist er jedoch groß, mit hohen Vertikalen,die oben in vasenförmige Köpfe enden, versehen und reich verziert.Es gibt darunter Prachtstücke bis 15 m Höhe. Ausnahmsweise istder cavelon dreifüßig, mit bloß einer Vertikalen. In einem Hausezwischen Livenza und Lemene fand der Verfasser einmal anstatt desFeuerbockes eine etwa 10 cm hohe aus Ziegeln gemauerte Rippe( traversare), in einem anderen nahe der Küste gelegenen Hause. denFeuerbock durch zwei eiserne Klammern ersetzt. Auf freistehendenHerden findet man mitunter zum Zusammenhalten der Asche ein halb-kreisförmiges( mezzo cerchio) Bandeisen( paracenere).
Auf jedem Herde findet man dreieckige und runde Dreifüße( trepie) zum Daraufstellen der langstieligen Bratpfanne( fasora) undsonstiger Gefäße.
Zur Bereitung des wichtigsten Nahrungsmittels, der Polenta,dient der Kessel( caldaio) aus Kupfer bestehend, wie es auch diefolgenden Gefäße sind. Er ist etwas niedriger als breit und besitzteinen eisernen drehbaren Ring zum Aufhängen am gancio über dem
Wiener Zeitschrift für Volkskunde, XXV.I
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