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Führer durch das Museum für Volkskunde.
Musikerkapelle; Glöckltruhen, das sind Schüttel-trommeln zum Heimrufen der Feldarbeiter zurMittagstunde(> Freßglocken«).
RAUM XIII.
Sammlungen aus Oberösterreich und Steier-mark mit volksgewerblichen Spezialgruppen.Neben der Darstellung des Volkslebens sind indiesem Raum eine Reihe von Spezialgruppen volks-gewerblicher Arbeiten, wie sie besonders in dengenannten Gebieten geblüht haben, zur Aufstellunggebracht. Es sind dies besonders Zinnarbeiten,die Gruppe der Gläser, die Erzeugnisse der SteyrerMesserschmiede( nebst Bestecken)( 6), die Gruppevon Beleuchtungsgeräten( 5), die Hafnerarbeiten( 12).
Im Wandkasten 1 kleineres Haus- undHandwerksgerät, teilweise reich verziert, zumeist ausdem 18. Jahrhundert, einiges noch älter; an derWand 2 und 4 größere Werkzeugtypen und land-wirtschaftliche Geräte von altertümlicher Artung.
Im Wandkasten 3 eine ausgewählte Sammlungvon Scherz- und Genrefigürchen nebst den Puppen-figuren eines Steyrer Kripperls mit Darstellungorigineller Volkstypen Glossar ::: zum Glossareintrag Volkstypen.
Im Mittelkasten 5 eine zumeist aus dergroßen Spezialsammlung des altertümlichenBeleuchtungswesens( vormals von Benesch)ausgewählte Typenkollektion von Leuchtgeräten,welche die Entwicklung vom Kienspanleuchter biszur Oellampe illustriert.
Besondere Beachtung verdient weiters die reicheBesteck- und Messersammlung( Pult 6),´in welcher die berühmten Steyrer Erzeugnisse be-sonders stark vertreten sind, fast durchwegs durchmannigfaltige Dekorationsweisen ausgezeichnet. Dar-über schön gearbeitete Handwerkerzeichen des18. Jahrhundertes.
Unter der Gläsersammlung im Mittelkasten( 7),wozu besonders die Erzeugnisse aus verschiedenenGlasbläsereien in Oberösterreich, Salzburg und Tirolzusammengestellt sind, verdienen, die Gläser mitvolkstümlicher Emailfarbenbemalung von Freuden-thal, dann die barocken Scherzflaschen in Tierform,die Noppen- und Warzengläser besondere Auf-merksamkeit.
Das volkstümlich seit dem 17. Jahrhundert sehrbeliebte Zinngeschirr, das Silber der Armen<, istim Wandkasten( 11) durch Zunfthumpen, Kannen,Pitschen mit figuralen Darstellungen, Leuchter,Schüsseln und Teller, besonders auch durch Weih-brunnen und Salzfässer aus Innerösterreichs ver-schiedenen Werkstätten vertreten. Dabei sonstigesKleingerät aus anderem Metall, Eisengußplatten ausdem Gußeisenwerk bei Mariazell. AnschließendKüchenhausrat aus Metall, alte Mörser, Kuchen-modeln und Backformen, Brotbüchsen und Bett-wärmer in 12( 1).
Die reichentwickelten HafnererzeugnisseOberösterreichs und der nördlichen Steiermark imWandkasten 12( 2-4) schöne glasierte Ware undWeißgeschirr, Leuchter, Zwiebelschüsseln, Weih-brunnen, letzteres besonders aus Gmundner Werk-stätten; Steinzeugkrüge nach Art des deutschen Stein-zeuges aus Frankenburg in Oberösterreich, 18. bis19. Jahrhundert. Echt volksmäßig die Holzgefäße 12( 5),Krüge, Kannen, Schüsseln, Nockenbüchsen aus Holz,in kunstvoller Fügung oder aus dem Vollen geschnitzt.
In den Pulten dieses Kastens außer zugehörigemin 1 Maß und Gewicht, Sonnenringe, Raufwerkzeugeder Innviertler Bauernburschen( 2), Schlagringe,Pulverhörner, in 5 Zithern, Strohfideln, Hackbretterzur Tanzbegleitung.
In den Fensternischen Gedenkblätter, Papier-malereien, Bauernkalender, geschriebene und mitMiniaturen verzierte Gebetbücher, Heiligenbildchenu. s. w. Man beachte die Zauber-, beziehungsweiseWahrsagekarten für Landsknechte, 16.- 17. Jahr-hundert, die Karikaturbilder des Passauer Tölpelsund seiner Braut, auf Seide gemalt, den Einblatt-kalender für Analphabeten.
RAUM XIV.
Bäuerliches Mobiliar und kleinere Haus-geräte aus Oberösterreich und Steiermark.
Im Gegensatz zu den vielfach durch Schnitz-werk dekorierten Möbelstücken von Salzburg, Tirolund Vorarlberg( Raum IX- XI) ist das bäuerlicheMobiliar Innerösterreichs zumeist durch reiche
Bemalung charakterisiert, zu welcher plastischerSchmuck hauptsächlich nur in Form von Pilastern,Verkröpfungen an Leisten und Felderteilung hinzutritt( Abt. 1 und 2. Im gartenseitigen Trakt des Raumes.sind zumeist mit religiösen Motiven bemalte Truhenund Doppeltürschränke aus Oberösterreich ausgestellt;den Reichtum an ihren Dekorationsmotiven illustrierenauch die einschlägigen Bilder aus der LambacherGegend an der Saalwand( 5), aufgenommen vonFrl. Gertrud Brunner; hieran schließen sichSchränke, Truhen, Wiegen und Stühle aus Steiermark,dabei auch zwei reichbemalte Aufsatzbetten mitVolkstypen Glossar ::: zum Glossareintrag Volkstypen bemalt. Auf Holztafeln( 8 und 9) zu-sammengestellt: Türbänder, Truhen- und Schrank-schlösser, Türzieher, Schlüsselblätter und dergleichenin reicher Schmiedearbeit, vom 16.- 19. Jahrhundert.Zahlreiche Wirtshaus- und Zunftzeichen, Wirtshaus-schilder und Zunftembleme schmücken den Raum.Bemerkenswert zwei figurenreiche Stubenkrippendem Salzkammergut, die größere mit demKrippenberg ist ein Werk des VolkskünstlersJ. Kieninger.
aus
RAUM XV.
Modelle von Bauernhaustypen, zumeistaus den Alpenländern.
Zur Illustrierung der ländlichen Wohnweisedienen ohne auf Vollständigkeit Anspruch zuerheben eine Reihe von Hausmodellen aus Nieder-und Oberösterreich, Salzburg, Nordtirol; ferner ausdem Böhmerwald, dem Egerland und Nordböhmen.Verschiedene typische Bauten, wie Mühlen, Scheunen,Getreidespeicher, sind ebenfalls dargestellt; ebensodrei Modelle mit der hausindustriellen Erzeugung derLeinwand im Mühlviertel, eine volkstümliche Stärke-fabrik ebendaher( ausgeführt von J. Mayrhoferin Haslach). In der Mitte des Raumes das Modelleines Bregenzer Waldhauses im größeren Maßstab.
Im Wandschrank volkstümliche Hausmodellevon Krippen, die mitunter sehr treu den örtlichherrschenden Haustypus wiedergeben.
An den Wänden Bilder mit Haustypen aus Tirolund Vorarlberg aus dem Werke:» Das Bauernhausin Tirol und Vorarlberg« von Johann Deininger,und Hausmalereien sowie Freskenbilder an Häusern