Führer durch das Museum für Volkskunde,
und das Rokoko die vorherrschende Stilform.Figurales und ornamentales Schnitzwerk oderbildliche Bemalung wechseln landschaftlich alsDekorationsweise ab, häufig sind beide Zierweisenauch vereinigt angewendet. Der Salzburger l'inzgauund der Lungau bevorzugen die reiche ungefärbteSchnitzarbeit( 2. Abteil), ebenso Vorarlberg und dasOberinntal( 1. Abteil), während das Unterinntal mitseinen Seitentälern, das Alpach- und Zillertal diereiche Bemalung bevorzugen( 3. Abteil und Raum X).Das echteste und älteste Bauernmöbel ist dieTruhe man beachte der Reihe nach die Typenaus Vorarlberg, dem Oberinntal, Oetztal, dann dieungefärbten beschnitzten Exemplare aus dem Pinzgau,endlich die reichbemalten aus dem Unterinntal. DieKleider- und Wäschekästen sind zumeistzweitürig, ein prächtiges Exemplar mit reichstemReliefschnitzwerk, bez. 1683, ist Leihgabe der FrauMarianne Landsberger. Schön bemalte Exemplare ausdem Zillertale in der Ofenecke. Die Stuhlformensind landschaftlich sehr bestimmt ausgeprägt; reichbeschnitzte Rücklehnen zeigen Vorarlberg und Ober-inntal. Die Oetztaler Stühle haben die ovale Konturder Rücklehne. Kleinere Trüherln, Schachteln undKästchen, im Stil der größeren Truhen ausgeführt,sind in den Wandkasten vorne( 2 und 4) und auf denTruhen aufgestellt. Beachtenswert durch reichsteSchnitzarbeit und typische Ausführung die zahl-reichen Wiegenbänder, durchwegs Minnegabender Burschen. An den Wänden Decken mittel-stücke, Truhenfüllbretter, Bettaufsätze und Fenster-läden aus Vorarlberg und Nordtirol. BemerkenswerteSchnitzarbeit zeigen die beiden Gasselschlittenaus dem Pustertal und der Kitzbühler Gegend.
X.
Bäuerliches Mobiliar und Bildwerkeaus Nordtirol und dem Pustertal.
Bemalte Kästen aus dem Unterinntal unddem Zillertal mit Almdarstellungen 2, 4; Himmel-bett mit sehr interessanter Bemalung aus demLechtal, in seiner Artung schon nach dem Algäuhinüberweisend( 2). In der Mitte des Raumes einPalmes el<, d. i. Jesus auf dem Esel inJerusalem einreitend, 16. Jahrhundert; auf derTruhe
rechts Muttergottesfigur im Rosen-kranz( hat ehemals als Brunnenfigur gedient).Stofflich interessantes Bildwerk an den Wänden,darunter eine Hausaltartafel aus der Brunecker"Gegend( 2), ein Fastentuch aus Tirol, Votivbild mitDarstellung Kaiser Leopolds II.( 3).
RAUM XI.
Mobiliar und kleinerer Hausrat ausSüdtirol.
Unter den durch altertümlichere Formen undvielfache gothische Anklänge ausgezeichneten Truhenaus Deutschsüdtirol die» Steinbocktruhe( 1580) mitKitzornamentik bemerkenswert, ferner der mitgothischem Rankenwerk verzierte Wandschrank ausBruneck; Stühle mit reichbeschnitzter Rücklehneaus dem Pustertale; der blau- weiß dekorierteMajolikaofen stammt aus Sfruz. Eine Reihe vonTruhen aus Nußholz mit reichgeschnitzten Vorder-wänden( Rankenornamentik, Weinlaubmotive) ausdem Sulz- und Nonsberggebiete( 6-9); ebendaherauch die Stühle mit hoher Rückenlehne im Stil der
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italienischen Renaissanze, 16. Jahrhundert. In derEcke am Ausgang des Raumes eine bemalteitalienische Truhenbank, typisch für Welschtirol. ImWandkasten 4 kleine Trüherln, Schachteln, Tinten-zeuge und sonstiger kleiner Hausrat aus Deutsch-und Welschsüdtirol sowie eine Sammlung der schonsehr selten gewordenen Wurzenkörbe 4( darunterdie Rückentrage, der Säekorb) in allen Größen sowieeinige feingeflochtene Körbchen, der von GrödenerWeibern Glossar ::: zum Glossareintrag Weibern betriebenen hausindustriellen Korbflechtereizugehörig.
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RAUM XII.
Fortsetzung der Sammlungen ausNiederösterreich.- Oberösterreich,besonders Salzkammergut.
Im Wandkasten 1 vielfältiger kleiner Hausrataus Nieder- und Oberösterreich sowie Almergerät-schaften, Buttermodel u. dgl. m.
eines
Im Mittelkasten 2 zu oberst PuppenfigurenWandermarionettentheaters, Weihnachts-krippenfiguren aus Niederösterreich; darunterHeiligenfiguren, besonders Marienstatuen, zumeistaus der Umgebung von Wien
In den Fensternischen und an der Wandfläche( 10) zahlreiche interessante Lebzeltenmodel aus.Niederösterreich und Steyr mit verschiedenen tradi-tionellen Darstellungen, Trachtenfiguren, mythischenGestalten, wie Schimmelreiter, Altweibermühle Glossar ::: zum Glossareintrag Altweibermühle u. dgl.,ferner Stoffdruckmodel für den Blaudruck,
Sehr bemerkenswert die reiche Sammlung schöngeschnitzter Pfeifenköpfe und verzierter Tabakdosenin den Fensterpulten 3 und 6, meist mit Darstellungaus dem Handwerker-, Jäger und Landleben ge-schmückt. An der Fensterwand 5 bäuerliche Schützen-scheiben und ausgeschnittene bemalte Liebesbriefe,Oberösterreich und steierisches Salzkammergut.
Im Mittelkasten 4 zumeist Kästchen mit szenischenDarstellungen religiösen Inhalts, ein seltenes Stückstellt das Zunfthäuschen einer steirischen Lebzelten-innung dar, zur Gänze aus farbigem Wachs undWachsdraht kunstvoll zusammengebaut, im Innernvollständig eingerichtet( Ende des 18. Jahrhunderts,Obersteier).
Im Wandkasten 7 zumeist religiöse Volkskunstaus dem Salzkammergut. Zu oberst geschnitzte undbemalte Löffelbretter, für die Ausseer Gegendcharakteristisch. Man beachte hier besonders dieSchnitzarbeiten des berühmten Volkskünstlers JohannKieninger( Baderin,») Regel, Napoleonkarikatur,Schnitzaltäre aus dem Modell der Hallstätter Kirche[ im Stiegenhaus], Kruzifix aus Birnholz u. s. w.).
Im Wandkasten 9 zu oberst Kuhschmuck zumfestlichen Abtrieb von der Alm; Körbe und Zögermit bunter Lederapplikation, reichbemalte Span-schachteln und kleine Almkästchen für Schmuck,durchwegs aus der Viehtau bei Gmunden stammend.Ebendaher die zierlich bemalten, hausindustriell er-zeugten Löffeln und Schüsselchen aus der Viehtau;ferner die kriesenbüchsen für Pathengeschenke.Reichen Zierat zeigen auch die Brautschaffe( aufdem Kasten). An der Wand 8 bäuerliche Glücks-spiele und Faschingsfiguren mit mythologischemHintergrund, so die Martinsgans, die Habergeiß-köpfe und die Moosgeiß aus dem Semmeringgebiet,Aushängeschilde eines Bauerntheaters und einer
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