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Führer durch das Museum für Volkskunde.
Führer durch das Museum für Volkskunde.Herausgegeben von der Museumsdirektion.
Besuchsordnung.
Das Museum ist in der Zeit vom 1. Märzbis 31. Oktober der allgemeinen Besichti-gung geöffnet.
In den Wintermonaten ist wegen Unbeheizbarkeitder Schauräume der Besuch nur in beschränktemUmfange zulässig.
Die Sammlungen sind geöffnet:
I. Stockwerk: Dienstag, Donnerstag undSamstag: 9 bis 12 Uhr und 3 bis 5 Uhr.Erdgeschoß: Mittwoch und Freitag: 9 bis12 Uhr und 3 bis 5 Uhr.
Eintrittspreis: 2 Kronen.
Mitglieder des Vereines für Volkskunde habenfreien Eintritt.
An Sonn- und Feiertagen sind die Sammlungenin beiden Stockwerken von 9 bis 12 Uhrzugänglich. Eintritt frei.
Stöcke und Schirme müssen abgegeben werden.Aufbewahrungsgebühr für das Stück: 20 Heller.Führungen durch die Sammlungen werden fall-weise abgehalten und öffentlich angekündigt;Ansuchen um eigene Führungen wollen vonden betreffenden Instituten oder Vereinen bei demVolksbildungsamt im Staatsamt für Unterricht( I. Minoritenplatz 5) oder bei der Direktion an-gemeldet werden.
Photographieren und Zeichnen gegen Anmeldunggestattet.
VORWORT.
Mit Genugtuung übergibt der unterzeichneteDirektor das Museum für Volkskunde, dasErgebnis sorgen- und mühevoller Arbeit einesVierteljahrhundertes, der Oeffentlichkeit.
Träger und Eigentümer dieser Museumsschöpfung,in welcher Wien wohl das größte und reichstevolkskundliche Museum Europas erhält, ist der vomUnterzeichneten in Gemeinschaft mit Dr. W. Hein( † 1903) vor fünfundzwanzig Jahren begründeteVerein für Österreichische Volks-kunde. Zwanzig Jahre vorbereitender Arbeit undprovisorischen Bestandes in äußerst beschränktenMieträumlichkeiten des Börsegebäudes hatte dasvormalige» Museum für österreichische Volks-
kunde hinter sich, als es mitten im tobendenWeltkrieg zu Beginn des Jahres 1917 in sein jetzigesumfangreiches Gebäude, den ihm vom WienerGemeinderat mietweise überlassenen ehemals gräflichSchönbornschen Sommerpalast zu übersiedeln hatte.Umfassende bauliche Umgestaltungen und Herrich-tungen am ganzen, lange vernachlässigten Gebäudemußten der mühevollen inneren Einrichtung desMuseums mit seinen 54 Räumen und der Aufstellungder Sammlungen unter den denkbar schwierigstenVerhältnissen vorangehen..
Dabei war die finanzielle Grundlage desMuseums niemals eine gesicherte. Außergeringfügigen Unterstützungsbeiträgen des alten öster-reichischen Staates und der Stadt Wien sind die Mittelzum Ausbau der Sammlungen und der musealen Ein-richtung im Börsegebäude wie besonders auch imneuen Museumsgebäude durch die Museumsleitungund den Verein für österreichische Volkskunde zumallergrößten Teile aus privaten Hilfsquellenaufgebracht worden. Mit warmem Dank sind hier ausder Reihe der Museumsfreunde, deren Namen imEintrittsraume des Museums genannt sind, als be-sonders freigebige Gönner des Unternehmens her-vorzuheben: Dr. Rudolf Trebitsch( † 1918), andessen Verdienste eine Gedenktafel im Museums-hofe dankend erinnert, Philipp und Paul Schöller,Fürst Johann Liechtenstein, Anton Dreher, BernhardWetzler und Isidor Mautner. Nach wie vor hängtder gesicherte Bestand des Museums vonder Opferwilligkeit einsichtiger Vaterlands-freunde ab, welche die Direktion hiemitnachdrücklichst hiezu aufruft.
Die über vierzigtausend volkskundlich odervolkskünstlerisch bemerkens- und erhaltungswürdigeGegenstände zählende Sammlung ist zum allergrößtenTeile von der Museumsleitung mit dankenswerterUnterstützung zahlreicher Vereinsmitglieder undanderer Freunde der Sache im Zeitraume 1895-1918zustande gebracht worden. Die Sammlungen er-strecken sich in erster Linie auf Deutschösterreich,sodann die anderen Nachfolgestaaten der ehemaligenMonarchie wie auch bedeutende Kollektionen zurVolkskunde des Balkangebietes, Deutschlands, derSchweiz sowie der romanischen Länder im Museum.vertreten sind. Aus dem naturhistorischen und.kunsthistorischen Museum sind je mehrere hundertNummern umfassende einschlägige Sammlungen zurAufstellung überlassen worden.